• CDU-Vize Böhr fordert Pflichtversicherung Sicherung des Lebensstandards bei Renteneintritt vor 65

Politik : CDU-Vize Böhr fordert Pflichtversicherung Sicherung des Lebensstandards bei Renteneintritt vor 65

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Berlin (dpa). Der stellvertretende CDUVorsitzende Christoph Böhr hat zur Sicherung des Rentensystems eine neue Pflichtversicherung aller Arbeitnehmer vorgeschlagen. „Sie soll für die, die vor dem 65. Lebensjahr aus dem Berufsleben ausscheiden, den Lebensstandard sichern und gleichzeitig die gesetzliche Rentenversicherung entlasten“, sagte Böhr. Damit werde auch vor Altersarmut geschützt. Böhr verwies darauf, dass der Lebensstandard von Frührentnern von der gesetzlichen Rentenkasse nicht mehr garantiert werden könne, ohne dass die Beiträge massiv erhöht würden. „Diese Beitragserhöhungen müssen aber unbedingt vermieden werden. Ohne eine solche Versicherung – die einer Lebensversicherung vergleichbar ist – würde der Rentenbeitrag von jetzt 19,5 Prozent rasch weit über 20 Prozent steigen.“ Nach Böhrs Vorstellungen soll jeder Arbeitnehmer gesetzlich verpflichtet werden, diese neue Versicherung, die kapitalgedeckt sein soll, abzuschließen. Damit unterscheide sie sich von der so genannten Riester-Rente, die staatlich gefördert wird, aber freiwillig ist.

„Wer bis 65 arbeitet, bekommt das Geld wie in einer Lebensversicherung ausgezahlt“, sagte Böhr, der CDU-Chef in Rheinland-Pfalz ist und die CDU-Programmkommission leitet. Das Absinken des Rentenniveaus hat nach Böhms Darstellung „vor allem damit zu tun, dass die Lebensarbeitszeit im Durchschnitt stetig kürzer wird, weil die Menschen immer früher aus dem Erwerbsleben ausscheiden“. Die Bürger erwarteten aber, dass sie auch bei frühem Ausscheiden noch eine angemessene Altersversorgung erhalten. Nach den Überlegungen von Böhr sollen die Beiträge zur Pflichtversicherung allein von den Arbeitnehmern getragen werden. Nur so lasse sich der Anstieg der Lohnnebenkosten für die Wirtschaft weiter vermeiden. Genaue Angaben zur möglichen Höhe der Beiträge wollte Böhr nicht machen. „Es geht aber um eine Größenordnung um 20 Euro im Monat bei einer angenommenen Laufzeit von 40 Jahren.“ Sein Vorschlag sei aber nur kurzfristig wirksam und „kein Beitrag zur langfristigen Neukonzeption“ des Rentensystems.

Gut zwei Drittel der mehr als 60-Jährigen machen sich um die Sicherheit ihrer Renten keine Sorgen. Das ergab eine Infratest-dimap-Umfrage im Auftrag der „Stuttgarter Zeitung“. Demnach schätzen 74 Prozent der älteren Menschen ihre finanzielle Situation als gut oder sehr gut ein. Für eine Entlastung der Sozialkassen sind 42 Prozent sogar bereit, auf eine Rentenerhöhung zu verzichten.

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