Politik : CDU will Arbeitnehmer mehr beteiligen

Cordula Eubel

Berlin - Arbeitnehmer in Deutschland sollen nach dem Willen der CDU stärker am Gewinn und Kapital ihrer Betriebe beteiligt werden. Der Vorsitzende der CDU- ozialausschüsse, Karl-Josef Laumann, legte am Dienstag ein Konzept für den Ausbau der Mitarbeiterbeteiligung vor, das eine CDU-Kommission seit Anfang des Jahres erarbeitet hat und das der Bundesvorstand der Partei demnächst beschließen soll. „Wir wollen dem Umverteilungskampf eine klare Absage erteilen“, sagte Laumann.

Nach Erhebungen der EU-Kommission von 2002 profitieren in Deutschland nur zehn Prozent der Arbeitnehmer von Modellen der betrieblichen Kapitalbeteiligung. In Frankreich waren es mit 23 Prozent mehr als doppelt so viel. Bundespräsident Horst Köhler hatte Ende vergangenen Jahres dafür geworben, dass mehr Unternehmen ihre Mitarbeiter an ihrem Kapital oder Gewinn beteiligen sollen.

Der nordhrein-westfälische Arbeitsminister Laumann begründete die Initiative der CDU damit, dass die Kapitaleinkünfte in den letzten Jahren deutlich stärker gestiegen seien als die Löhne. „Wir sollten möglichst vielen Menschen diese Einkommensquelle eröffnen“, sagte er. Der Vorsitzende der CDU-Mittelstandsvereinigung, Josef Schlarmann, sagte, für Arbeitgeber sei dies die Möglichkeit, gute Mitarbeiter an den Betrieb zu binden. Konkret schlägt die Kommission vor, dass Arbeitnehmer erst dann Steuern zahlen müssen, wenn sie ihre Beteiligung (etwa Belegschaftsaktien oder stille Beteiligungen) verkaufen.

Mehr Mitarbeiterbeteiligung – das setzt nach Ansicht von Laumann auch die Bereitschaft bei den Arbeitgebern voraus, sich in die Karten gucken zu lassen. „Wenn ein Unternehmer Pickel bekommt, weil er seinen Mitarbeitern die Bilanz erklären muss, sollte er lieber die Finger davon lassen.“

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