Chaos bei den Linken : Führungsstreit um Schwabedissen und Bartsch verhärtet

Der eine beharrt auf seiner Kandidatur, die andere will nur, wenn er nicht mehr antritt. Katharina Schwabedissen und Dietmar Bartsch streiten um die Führung der Linken. Dabei sind noch ganz andere Kandidaten mit im Rennen.

Katharina Schwabedissen will nur für den Parteivorsitz kandidieren, wenn Dietmar Bartsch nicht antritt, der aber bekräftigt seinen Willen zur Kandidatur. Foto: dapd (2) Montage Tsp
Katharina Schwabedissen will nur für den Parteivorsitz kandidieren, wenn Dietmar Bartsch nicht antritt, der aber bekräftigt seinen...Foto: dapd (2) Montage Tsp

Im Führungsstreit bei der Linkspartei bleiben die Fronten verhärtet. Die Kandidatin für den Linken-Parteivorsitz, Katharina Schwabedissen, will keine Doppelspitze mit Bundestagsfraktionsvize Dietmar Bartsch bilden. Das habe sie bereits vor einem halben Jahr ausgeschlossen, sagte die bei der NRW-Wahl gescheiterte Spitzenkandidatin am Donnerstag im ARD-„Morgenmagazin“. Ihr gehe es darum, die Partei zusammenzuführen und „Schluss damit zu machen, dass die Pole aufeinanderprallen“. Bartsch sei aber ein Vertreter eines von zwei Flügeln, die als polarisierend wahrgenommen werden, sagte Schwabedissen, die zusammen mit Vizeparteichefin Katja Kipping eine Doppelspitze bilden will.

Bartsch wiederum will aber an seiner Kandidatur für die Parteispitze festhalten. Er sei jetzt seit Wochen und Monaten in der Partei unterwegs und habe Angebote unterbreitet, wie er die Linke wieder auf die Erfolgsspur bringen wolle, sagte Bartsch, der Ende vergangenen Jahres seine Kandidatur erklärt hatte, am Donnerstag im ARD-"Morgenmagazin". "Da erfahre ich sehr viel Zustimmung in Ost und West." Er sehe deshalb keinen Grund, von seiner Kandidatur zurückzutreten.

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Am Dienstag hatte der frühere Parteichef Oskar Lafontaine sein Angebot zurückgezogen, erneut für das Spitzenamt zu kandidieren. Er zog damit die Konsequenz aus einem Machtkampf mit Bartsch. Auf dem Parteitag Anfang Juni kandidieren nun neben Bartsch drei Frauen um den Parteivorsitz: Vizeparteichefin Katja Kipping, die nordrhein-westfälische Landeschefin Katharina Schwabedissen und die sächsische Bundestagsabgeordnete Sabine Zimmermann.

Bartsch kritisierte Schwabedissens ausdrückliche Ablehnung, mit ihm gemeinsam eine Führungsspitze zu bilden. „Diese Ausschließeritis oder etwa diese Aufforderungen, zu kandidieren oder nicht zu kandidieren“, sagte er im „Morgenmagazin“. „Wir haben einen Souverän der entscheidet, und das ist der Parteitag.“ (dapd/AFP)

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