Politik : Chaos im Gazastreifen: Arafat gibt nach

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Ramallah Der palästinesische Regierungschef Ahmed Kurei hat am Samstag nach einer Serie von Entführungen im Gazastreifen seinen Rücktritt eingereicht. Palästinenserpräsident Jassir Arafat habe dies aber abgelehnt und gleichzeitig eine lange geforderte Reform der Sicherheitskräfte angeordnet, erklärte ein ranghoher Berater Arafats in Ramallah. Die mehr als ein Dutzend Polizei- und Geheimdienste sollen in drei Einheiten gebündelt werden, wie es internationale Vermittler und Kurei verlangt haben. Vereint sollen sie gegen Chaos und Gesetzlosigkeit vorgehen. Kurei beriet am Samstag stundenlang auf einer Krisensitzung mit seinen Ministern. Der Entschluss zum Rücktritt erfolgte, nachdem maskierte Palästinenser am Vortag im Gazastreifen eine Gruppe französischer Techniker und zwei hohe palästinensische Offiziere verschleppt hatten. Die Entführungen wurden nach stundenlangen Verhandlungen unblutig beendet. Hinter den Taten steckten zwei militante Splittergruppen, die Arafats Fatah-Bewegung zugerechnet werden.

Die Autonomiebehörde verhängte in der Nacht zum Samstag den Notstand über den Gazastreifen. Kurei sprach von einem beispiellosen Chaos. Der palästinensische Verhandlungsminister Sajeb Erekat erklärte: „Wenn wir unsere Verantwortung nicht schultern können, sollten wir den Weg für andere freimachen.“ Die Situation im Gazastreifen habe sich in gefährlicher Weise verschlechtert. Die Kontrolle über die Sicherheitskräfte hat Arafat selbst. Er widersetzte sich aber bislang grundlegenden Reformen.dpa

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