Politik : Chef sein lernen

Simone Leinkauf

Deutschland soll ein Land der Ideen werden – sagt der neue Bundespräsident Horst Köhler. Wir stellen in dieser Serie Menschen vor, die mit ihren Ideen das Land voranbringen können.

Begonnen hat alles mit einer Auszubildenden im 2. Lehrjahr, die abends begeistert in die gut gefüllte Kasse blickte: „Heute haben wir richtig Gewinn gemacht.“ Sabine Katz schüttelt den Kopf: Dass Umsatz und Gewinn nicht dasselbe sind und auch eine gut gefüllte Kasse noch keine schwarzen Zahlen auf dem Konto garantiert, lernen die Auszubildenden auf der Schulbank nicht: „Wie in der Praxis gearbeitet und kalkuliert werden muss“, so die Inhaberin der Bücherstube im badischen Gernsbach, „ist den wenigsten Auszubildenden klar“. Katz startete ihr Projekt: Sie machte ihre beiden Lehrlinge zu „Geschäftsführerinnen“, die in eigener Regie einen kleinen Laden aufbauen sollten. Ute Gantner und Mira Dangubic stürzten sich in das Abenteuer: Schnell einigte man sich auf Geschenkartikel als Grundsortiment. Von ihrer Chefin bekamen die beiden ein „Darlehen“ von 30 000 Euro, mit dem sie frei wirtschaften durften: Ende 2002 öffnete die „Schatzinsel“ ihre Türen für Kunden. Nach einem Jahr haben die beiden Geschäftsführerinnen ihre erste Gewinn- und Verlustrechnung aufgestellt – und Grund zum Feiern: Das Konzept stimmt, trotz der Anlaufschwierigkeiten verlief das erste Jahr fast kostendeckend. Das erste Quartal 2004 hat sogar einen kleinen Gewinn abgeworfen, der zwischen Katz und den Lehrlingen geteilt wird.

Die Buchhändlerin

Sabine Katz aus

Baden hat ihre beiden Lehrlinge zu Chefs

gemacht. Die jungen Frauen haben mit

ihrem Projekt auf

Anhieb einen Gewinn erwirtschaftet.

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