Chile : Amnestiegesetz wird eingeschränkt

Das Oberste Gericht in Chile hat das Amnestiegesetz für Verbrechen während der Militärdiktatur unter Augusto Pinochet eingeschränkt.

Santiago de Chile - Die Richter urteilten am Donnerstag, dass Verbrechen in den ersten Jahren nach dem Putsch nicht unter das Amnestiegesetz fielen, da das Militär einen Tag nach dem Staatsstreich das Kriegsrecht verhängt hatte.

Damit hätten für das Regime im Umgang mit Gefangenen die Genfer Konventionen gegolten - und dieses internationale Recht stehe über dem nationalen Amnestiegesetz. In dem konkreten Fall verurteilten die Richter daher zwei frühere Polizisten wegen des Mordes an zwei Studenten im Dezember 1973 zu fünf Jahren Gefängnis. Das Urteil erging wenige Tage nach der Beisetzung Pinochets.

Der Tod des Ex-Diktators könnte nach Ansicht des peruanischen Schriftstellers Mario Vargas Llosa eine tragische Epoche der chilenischen Geschichte abschließen. "Eine Tradition endet, eine grausame Epoche endet", sagte der Autor am Donnerstag in Santiago de Chile. "Hoffentlich wiederholt sich die Geschichte nicht." (tso/AFP)

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