China gegen Japan : Inselstreit eskaliert

18.09.2012 16:33 Uhr

Wegen des Streits um eine kleine Inselgruppe im Ostchinesischen Meer kam es in China am Dienstag erneut zu antijapanischen Protesten. Am Sonntag waren japanische Supermärkte und Firmengebäude geplündert und angezündet worden.

Tausende Menschen haben am Dienstag in verschiedenen Städten Chinas, wie hier in Peking, erneut an anti-japanischen Protesten teilgenommen. Anlass ist der 81. Jahrestag der japanischen Invasion in Nordostchina, an den in der Stadt Shenyang mit Sirenengeläut und einem Verkehrsstopp erinnert wurde. Zudem protestierten die Chinesen gegen den Kauf von Inseln im ostchinesischen Meer durch die japanische Regierung. Der teilweise Kauf der in China Diaoyu und in Japan Senkaku genannten Inselgruppe von einem japanischen Privatbesitzer bezeichnete das chinesische Außenministerium als illegal.

Der Sprecher des Vereins zum Schutz der Inseln zeigt sich erschüttert: "Neuer Hass kommt zum alten dazu. Japan hat sich nie für seine Kriegsverbrechen entschuldigt, noch hat es dafür Kompensationen geleistet oder darüber nachgedacht. Nun sind sie sogar noch aggressiver und haben unsere Diaoyu-Inseln überfallen." Die Proteste in China waren am Sonntag eskaliert: Die Wut der Demonstranten richtete sich vor allem gegen diplomatische Einrichtungen Japans.

Fotostrecke: Anti-Japan-Proteste in China

Es wurden aber auch japanische Supermärkte geplündert und Firmengebäude angezündet, weswegen zahlreiche japanische Unternehmen ihre Werke in der Volksrepublik vorübergehend geschlossen haben. An andere Geschäfte wurde aus Protest die chinesische Flagge gehängt: "Wir lehnen es ab, irgendetwas zu kaufen, was mit Japan und seinen Produkten zu tun hat. Wir wollen sie richtig boykottieren. Wir werden garantiert keine japanischen Produkte kaufen."

Der Konflikt alarmiert auch die USA, die in der Region immer stärker Präsenz zeigen: Bei einem Besuch in Tokio gab sich Verteidigungsminister Leon Panetta am Montag besorgt über die jüngste Gewalt und rief beide Länder auf, ihren Territorialstreit friedlich zu lösen. Der Konflikt könnte sich jedoch weiter verschärfen, weil sich 1000 chinesische Fischerboote auf den Weg in die umstrittenen Gewässer gemacht haben, wogegen wiederum zahlreiche Japaner am Dienstag demonstrierten.

Die japanische Küstenwache habe zudem ein chinesisches Fischerei-Begleitschiff gesichtet, sagte der japanische Chefkabinettssekretär Osamu Fujimura am Dienstag. Die Inselgruppe birgt seit längerem politischen Zündstoff. Die Inseln liegen in fischreichen Gewässern, zudem werden umfangreiche Gasvorkommen unter dem Ozean vermutet.

(rtr)

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