Politik : China: Massenverhaftung in Peking

Bei einer Kundgebung auf dem Platz des Himmlischen Friedens in Peking hat die Polizei am Sonntag fast tausend Anhänger der verbotenen Falun-Gong-Bewegung festgenommen. Die Demonstranten seien mit Fausthieben und Fußtritten in Busse und Polizeifahrzeuge verfrachtet worden, berichtete ein AFP-Reporter. Fast alle seien Frauen gewesen. Auch zahlreiche Kinder seien festgenommen worden. Seit dem Verbot der Falun Gong im Juli vergangenen Jahres war dies der größte Protest der Gruppe. Eine Sprecherin der Falun Gong in New York sagte, rund 10 000 Anhänger der Bewegung seien für die Proteste am Nationalfeiertag nach Peking gereist. Die Proteste würden in den kommenden Tagen fortgesetzt. Am 1. Oktober vor 51 Jahren hatte Mao Tse-tung die kommunistische Volksrepublik China ausgerufen.

Die Falun-Gong-Anhänger drangen am Morgen in Gruppen auf das Zentrum des Platzes vor und durchbrachen dabei auch eine Absperrung von rund 500 Soldaten. Im Unterschied zu vergangenen Kundgebungen setzten sie sich am Sonntag zur Wehr. Auch unter den Schlägen der insgesamt etwa tausend Polizisten und Soldaten hielten sie ihre Spruchbänder hoch und warfen Handzettel auf den Platz. Eine kleine Gruppe bereits Festgenommener wurde aus einem Bus wieder befreit. Falun-Gong-Gründer Li Hongzhi hatte seine Anhänger auf der in den USA erstellten Internet-Seite zuvor erstmals offen zu dem Protest aufgerufen. Bislang hatte die Bewegung stets betont, es würden keine Demonstrationen organisiert.

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