China-Politik : Köhler fordert Ende des Dalai-Lama-Streits

Bundespräsident Köhler hat die große Koalition aufgerufen, im Streit um den Empfang des Dalai Lama im Kanzleramt keine gespaltene Nation zu präsentieren. Bundeskanzlerin Merkel nahm er in dieser Frage in Schutz.

BerlinHorst Köhler ließ durchblicken, dass er Verständnis für den Empfang des geistlichen Oberhaupts der Tibeter im Kanzleramt habe. "Die Menschenrechte haben für mich universelle Gültigkeit, auch wenn ich Respekt vor der Unterschiedlichkeit der Kulturen habe."

Der Bundespräsident sagte weiter, jeder wisse, dass Deutschland in der Außenpolitik sensible Balancen wahren müsse. Er nahm aber Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gegen den Vorwurf in Schutz, sie betreibe eine neue China-Politik. "Die Bundeskanzlerin hat nicht Abstand genommen von der traditionellen Ein-China-Politik. Das weiß auch China", sagte Köhler.

Zugleich mahnte der Bundespräsident die Strategie einer kooperativen Weltpolitik an. "Mit einer konfrontativen Außenpolitik riskiert jede Macht dieser Erde, sich zu verheben." Hegemoniale Strategien gingen nicht mehr auf. "Auch die ständige Belehrung anderer läuft irgendwann ins Leere." Es sei viel vernünftiger, "freundlich zu sein", sagte Köhler. (mit AFP)

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