China : Schläger verprügeln streikende Arbeiter

Erst um den Lohn geprellt, dann noch brutal verprügelt: Angeheuerte Schläger haben offenbar in Südchina streikende Werftarbeiter mit Stahlrohren misshandelt, die seit vier Monaten auf ihren Lohn warten.

PekingNach dem Skandal über Sklavenarbeiter haben Chinas Medien weitere Missstände aufgedeckt: So haben 200 angeheuerte Schläger in Südchina rund 300 streikende Wanderarbeiter, die seit vier Monaten auf Lohn warten, mit Spaten und Stahlrohren brutal verprügelt. Ein Arbeiter erlitt so schwere Kopfverletzungen, dass er kaum überleben werde, berichtete die Zeitung "Chongqing Chenbao". Weitere Arbeiter seien verletzt worden. Bauminister Wang Guangtao hat eine Untersuchung angeordnet. Vier Verantwortliche seien festgenommen worden, berichtete die Staatsagentur Xinhua.

Der Zwischenfall ist ein neues Beispiel für die Ausbeutung der mehr als 100 Millionen Wanderarbeiter in China, über deren Schicksal nach dem Skandal um Sklavenarbeit in Ziegeleien - unter anderem von vielen Kindern - die staatlich kontrollierten Medien jetzt berichten dürfen. Dass Wanderarbeiter oft Monate oder sogar vergeblich auf ihren Lohn warten, ist ein weit verbreitetes Problem. Als die Arbeiter auf der Baustelle für ein Wasserkraftwerk am Dong-Fluss in Dongyuan (Provinz Guangdong) aber die Arbeit niedergelegt hätten, seien mehr als 200 Schläger über sie hergefallen, berichtete die "Chonqing Chenbao".

Behörden leugnen den Konflikt

"Die erste Gruppe von rund 50 Gangstern kam mit Spaten, die zweite mit Äxten, Stahlrohren und Säbeln", sagte ein Wanderarbeiter der Zeitung. "Selbst als die Polizei kam, hörten sie nicht auf, nach uns zu schlagen", sagte ein anderer. Ein Behördensprecher wollte nichts von einem Angriff auf die Arbeiter wissen, sondern sprach laut Xinhua von einem "gewaltsamen Konflikt" zwischen mehr als 30 Arbeitern und anderen Mitarbeitern des Unternehmens.

Die Baufirma räumte ein, Löhne einbehalten zu haben, weil sich die Besitzer des Wasserkraftwerks weigerten, für Material und Gerät aufzukommen, das im vergangenen Sommer bei Überschwemmungen fortgeschwemmt worden sei. Der Bau des Wasserkraftwerks wird laut Xinhua jetzt solange ausgesetzt, bis die Probleme zwischen beiden Firmen gelöst sind. Die vier Festgenommenen gehören dem Kraftwerksunternehmen an. (mit dpa)

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben