Politik : China will Nordkorea Frist setzen

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Peking - Nordkorea soll sein Atomwaffenprogramm im Gegenzug für Hilfslieferungen innerhalb von zwei Monaten einfrieren. Diesen Aktionsplan von Gastgeber China diskutierten die Unterhändler am Freitag bei den Sechsparteiengesprächen in Peking. Trotz erkennbarer Fortschritte dämpften die Unterhändler Nordkoreas und der USA Hoffnungen auf einen schnellen Durchbruch. Nach ihrem ersten direkten Treffen sagte Nordkoreas Vizeaußenminister Kim Kye Gwan, es gebe Übereinstimmung „in einigen Fragen“ mit den USA, aber in den gesamten Verhandlungen auch „Punkte der Konfrontation“, wie die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap berichtete. US-Unterhändler Christopher Hill zeigte sich „vorsichtig optimistisch“.

Beide Delegationschefs benutzten die Formulierung, man solle „nicht die Küken zählen, bevor sie aus den Eiern schlüpfen“, wie Yonhap zitierte. Der überraschende Vorschlag Chinas läuft auf einen längeren Verhandlungsprozess hinaus. Er sieht die Versiegelung des Atomreaktors in Yongbyon und vier anderer Nuklearanlagen innerhalb von zwei Monaten vor. Arbeitsgruppen sollen eingerichtet werden, die sich mit technischen Details wie der Beseitigung der Atomwaffen, der Entschädigung oder Normalisierung der Beziehungen zu Japan beschäftigen, hieß es in offiziell unbestätigten Berichten.

Die Arbeitsgruppen sollen ihre Ergebnisse an die Runde der sechs Staaten leiten. Chinas Entwurf könnte in einem gemeinsamen Papier zum Abschluss dieser Runde münden, doch mochten die Unterhändler den Ausgang nicht vorhersagen. Es sei der nordkoreanischen Seite bewusst, „dass der erste Schritt, um den es geht, ein großer Schritt ist“. Er erfordere sogar „ein bisschen von einem Sprung von ihnen“, sagte Hill. In Washington äußerte sich US-Außenministerin Condoleezza Rice „vorsichtig optimistisch“, dass es Fortschritte geben könnte. dpa

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