Politik : Chirac: Rußland wird nicht aus Kosovo-Vermittlungen aussteigen

MOSKAU .Ungeachtet der jüngsten Drohungen des russischen Präsidenten Boris Jelzin rechnet Frankreichs Staatschef Jacques Chirac nicht mit einem Ausstieg Moskaus aus den internationalen Bemühungen um eine Lösung des Kosovo-Konflikts."Ich kenne Boris Jelzin seit vielen Jahren", sagte Chirac am Donnerstag nach seinen Gesprächen mit dem russischen Präsidenten vor Journalisten."Dank der Entschlossenheit Jelzins können wir einen Ausweg aus dem Kosovo-Problem finden", zitierte die Nachrichtenagentur Itar-Tass Chirac weiter.Jelzin hatte bei den Gesprächen mit Chirac erneut mit dem Rückzug Rußlands aus der internationalen Kosovo-Vermittlung gedroht, sollten die Vorschläge Moskaus nicht berücksichtigt werden.

Hintergrund der Drohung Jelzins war nach Meinung von Beobachtern der am Vortag verstärkte Einsatz der Nato auf dem Balkan."Wenn die Nato-Angriffe ungeachtet der aktiven Bemühungen Rußlands fortgesetzt werden, und wenn die Vorschläge Rußlands nicht berücksichtigt werden, wird unsere Seite die weitere Beteiligung am Verhandlungsprozeß überdenken", zitierte Außenminister Igor Iwanow seinen Präsidenten.

Meinungsverschiedenheiten gab es nach Worten Chiracs weiterhin in der Frage der von Moskau geforderten Unterbrechung der Nato-Luftangriffe.Die Nato-Länder seien dazu nur bereit, nachdem die jugoslawische Führung alle in Bonn von den Außenministern der sieben großen Industrienationen und Rußlands (G-8) formulierten Bedingungen angenommen habe.Die französische und die russische Seite einigten sich nach Angaben von Iwanow darauf, eine gemeinsame Arbeitsgruppe zur Abstimmung über die Lösung des Kosovo-Konflikts zu bilden.

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