Politik : Choreografie der Proteste

„Die Kunst hat

Mit einem Rollenspiel bereitet sich die BUND-Jugend auf das Schlimmste vor: Im Aktionstraining werden die Teilnehmer in zwei Gruppen aufgeteilt: Die Polizei auf der einen Seite, Demonstranten auf der anderen. „Protestveranstaltungen können emotional stressig sein, für Demonstranten und für Polizisten“, sagt

Jonas Posselt, Bundesvorstandmitglied bei der BUND-Jugend. „Unser Anliegen ist es zu vermitteln, wo die eigenen Grenzen liegen und wie man deeskaliert .“

Die Aktions- und Protestformen zum G8-Gipfel Anfang Juni sind vielfältig: Darunter sind Diskussionsforen, Workshops und Kunst- Events . Ihren Höhepunkt finden sie mit der Alternativgipfel genannten Großdemonstration und Massenblockaden in Rostock und in Heiligendamm.

Dazu hat die BUNDjugend ihre Forderungen klar formuliert: „Wir fordern eine Demokratisierung von Gesellschaft und Wirtschaft “ sagt Posselt. Dass acht Staaten die Weltordnung unter sich planen, sei nicht vertretbar. Die Erwartungen an die Proteste bleiben dabei nüchtern: Man versuche, nur Aufmerksamkeit zu schaffen.

Kreative Ideen entwickelt derzeit Adrienne Goehler, ehemalige Kultursenatorin von Berlin: „Art Goes

Heiligendamm“ heißt ihr Projekt. Vom 24. Mai bis 9. Juni 2007 finden künstlerische Interventionen, Installationen, Theateraufführungen und Vorträge in Rostock statt, die deeskalierend wirken sollen. So lässt sich die „Frontweste“ der bosnisch-österreichischen Künstlerin Azra Aksamija flexibel verschiedenen Glaubensrichtungen anpassen. sehr verschiedene Sichten auf die Globalisierung, sie ist deren Teil, Nutznießer und Kritikerin . Unsere künstlerischen Interventionen dienen der Wahrnehmungserweiterung von Globalisierung“, sagt Goehler.

Etwas radik aler sind die Pläne des Netzwerks für antimilitaristische Intervention: Die Anhänger wollen gegen eine Informationsveranstaltung der Bundeswehr im Arbeitsamt demonstrieren und dabei Demonstranten gegen den G-8-Gipfel mobilisieren. „Wir werden reingehen und die Rede

stören “, sagt Carl Kemper. Neben der Abschaffung der Bundeswehr fordert das Netzwerk das Ende von Militäreinsätzen weltweit: „Nur die Menschen in den betroffenen Ländern können geeignete Lösungen finden “, so Kemper.sdi

» Gratis: Tagesspiegel + E-Magazin "Wahl 2017"

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben