Christian Ahlhaus : Ein Heidelberger

Der Hamburger Innensenator Christoph Ahlhaus gilt als Favorit für das Amt des Bürgermeisters

Auf dem Sprung. Christoph Ahlhaus könnte in Hamburg an die Spitze rücken.
Auf dem Sprung. Christoph Ahlhaus könnte in Hamburg an die Spitze rücken.Foto: ddp

Hamburg - Hamburgs Bürgermeister Ole von Beust (CDU) geht – mit Innensenator Christoph Ahlhaus steht ein junger Kronprinz bereit. Der 40 Jahre alte Politiker hat bisher allerdings nie öffentlich einen Anspruch auf das höchste Regierungsamt in der zweitgrößten Stadt Deutschlands erhoben.

Auch zu den sich seit Wochen verdichtenden Spekulationen über Beusts angebliche Amtsmüdigkeit war von dem gelernten Bankkaufmann mit juristischem Staatsexamen nichts zu hören. Eine Strategie, die sich für den Innensenator am Ende als erfolgreich erweisen könnte. Anders hatte sich der Hamburger Sozialsenator Dietrich Wersich (CDU) verhalten: Ohne Not hatte dieser in einem Interview überraschend erklärt, dass er sich das Bürgermeisteramt grundsätzlich vorstellen könne. Dabei war in einer Art Abkommen schon lose vereinbart, dass Ahlhaus irgendwann Beust beerben soll. Im Gegenzug durfte Frank Schira als Nachfolger des zurückgetretenen Michael Freytag Parteivorsitzender werden. Mit seinen öffentlich geäußerten Ambitionen zog sich Wersich umgehend den Zorn seiner Partei zu.

Der in Heidelberg geborene Ahlhaus kam zwar jung zur Politik – in der CDU ist er bereits seit 1985 –, rückte aber erst vor gut zwei Jahren zum Senator auf. Zuvor hatte er zwei Jahre lang unter dem in der Hansestadt sehr beliebten parteilosen Innensenator Udo Nagel in der Behörde gedient. Bei der Bildung der ersten schwarz-grünen Koalition auf Landesebene musste Nagel dann Ahlhaus weichen. An die Beliebtheitswerte seines Vorgängers aus Bayern kommt der 40-Jährige in Umfragen allerdings bei weitem nicht heran; innerparteilich ist er dagegen weitgehend unumstritten. Der Vorsitzende des einflussreichen CDU-Kreisverbands Nord wurde in seinen Jahren als innenpolitischer Sprecher der CDU-Bürgerschaftsfraktion (2004 bis 2006) und auch noch als Staatsrat häufig als Hardliner wahrgenommen. Diesen Eindruck verwischte der verheiratete Politiker als Senator aber erfolgreich; seit einiger Zeit sind vor allem diplomatische Äußerungen von Ahlhaus zu hören – auch als Vorsitzender der Innenministerkonferenz. Allerdings gilt der frühere Hardliner bei den Grünen (GAL) als nur schwer vermittelbar – erst recht als Bürgermeister. dpa

0 Kommentare

Neuester Kommentar