Politik : Chrobog ist wieder in Deutschland

-

Berlin/Aden - Nach drei Tagen in der Gewalt von Entführern im Jemen sind der Ex-Diplomat Jürgen Chrobog und seine Familie am Sonntagabend glücklich und unverletzt nach Deutschland zurückgekehrt. „Ich freue mich, mit meiner Familie gesund in Deutschland zu sein“, sagte Chrobog, der gemeinsam mit seiner Frau und seinen drei erwachsenen Söhnen kurz nach 20 Uhr in einer Bundeswehr-Maschine auf dem Flughafen Köln-Wahn gelandet war. Chrobog wies in einem Gespräch mit dem Tagesspiegel den Vorwurf zurück, er habe mit seiner Reise leichtsinnig gehandelt. „Das ist absolut grotesk. Ich würde nie in den Irak fahren oder nach Afghanistan oder mir prähistorische Stätten anschauen in Kolumbien“, sagte er.

Nach seiner Ankunft sagte Chrobog, die Bundesregierung habe keine Gegenleistung für die Freilassung erbracht. „Es gab auch keine Forderung an die Bundesregierung.“ Die Entführung habe keinen ideologischen, terroristischen oder religiös-fundamentalistischen Hintergrund gehabt. Es sei allein um eine Stammesfehde gegangen. Er und seine Familie seien „sehr anständig und ehrenhaft behandelt worden“. Zu Beginn der Entführung habe es jedoch eine schwere Schießerei gegeben, bei der ein Fahrer fast ums Leben gekommen wäre. Chrobog dankte der Bundesregierung, Außenminister Steinmeier und Bundeskanzlerin Merkel für ihren Einsatz für die Freilassung.

Die Geiselnehmer der Chrobogs sind Mitglieder des Stammes der Abdallah. Sie hatten die Freilassung von fünf Stammesangehörigen verlangt. Als Kompromiss schlugen sie vor, dass fünf Mitglieder des rivalisierenden Stammes der Al-Riad ebenfalls inhaftiert werden, um einen fairen Prozess für beide Parteien zu gewährleisten. Die jemenitische Regierung sagte dies zu. Unterdessen wurden am Sonntag im Jemen fünf italienische Touristen gekidnappt. Die Entführer sind Mitglieder des Al-Saidi-Stammes, die acht wegen einer Blutrache inhaftierte Clan-Mitglieder freipressen wollen. Tsp/dpa

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben