Chronik : Schlichtungen im öffentlichen Dienst meist erfolgreich

Im Tarifstreit des öffentlichen Dienstes wird erneut nach einem Schlichter gerufen. Seit den achtziger Jahren waren prominente Vermittler mehrfach erfolgreich, 1992 und 2003 scheiterten sie allerdings.

Januar 2003

: Der frühere Bremer Regierungschef Hans Koschnick und Leipzigs Ex-Oberbürgermeister Hinrich Lehmann-Grube (beide SPD) scheitern mit ihrem Vorschlag von Lohnerhöhungen mit einem Volumen von nahezu sechs Milliarden Euro. Neue Verhandlungen ergeben schließlich mehrstufige Verbesserungen mit einer langen Laufzeit bis Ende 2005.

Mai 2000: Lehmann-Grube und Koschnick präsentieren ihren Vorschlag: Zunächst plus 1,8 Prozent, später weitere 2,2 Prozent mehr Lohn. In einer Serie von Urabstimmungen blasen die Gewerkschaften einen Streik ab. Ursprüngliche Forderung: 5 Prozent.

März 1998: Koschnick und der frühere Mainzer Ministerpräsident Carl-Ludwig Wagner (CDU) empfehlen 3 Prozent mehr Lohn. Die Arbeitgeber hatten eine Nullrunde verlangt. Sechs Tage später billigen ÖTV und DAG den Schiedsspruch.

Juni 1996: Der Kompromiss von Wagner und Koschnick sieht eine Einmalzahlung und ab 1997 dann 1,3 Prozent mehr Lohn vor - über die gesamte Laufzeit von 20 Monaten rechnerisch ein Plus von knapp 1 Prozent. Die Gewerkschaften hatten 4,5 Prozent verlangt, die Gegenseite eine Nullrunde.

April 1992: Vergeblicher Vermittlungsversuch der früheren Innenminister Walter Krause (SPD, Baden-Württemberg) und Friedrich Zimmermann (CSU, Bund): Als die Arbeitgeber den Vorschlag von 5,4 Prozent ablehnen, kommt es zum Streik. Dessen Ergebnis entspricht im Prinzip dem Schlichtungsspruch.

März 1988: Wichtigstes Ergebnis der Schlichtung unter Vorsitz von Ex-Bundesminister Hermann Höcherl (CSU) ist die etappenweise Verkürzung der Wochenarbeitszeit von 40 auf 38,5 Stunden bis 1990. Die stufenweisen Lohnerhöhungen (2,4 bis 1,4 Prozent) gelten für drei Jahre.

Mai 1983: Höcherl und Krause legen einen Stufenplan mit Zuwächsen zwischen 2 und 3 Prozent bis 1984 vor. Er wird zwei Wochen später angenommen. Die Offerte der Arbeitgeber hatte vor dem elfwöchigen Tarifstreit bei 2 Prozent nach vier Nullmonaten gelegen. Die Gewerkschaftsforderung lautete 5 Prozent.

April 1982: Das Duo Höcherl und Krause vermittelt erstmals mit Erfolg: Die Arbeitnehmer sollen 3,6 Prozent mehr erhalten, auch beim Urlaub gibt es Verbesserungen.

(tso/dpa)

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