Chronologie : Angela Merkels Weg zur Kanzlerkandidatur

Hamburg (30.05.2005, 12:43 Uhr) - Angela Merkel ist die erste Frau an der Spitze der Union. Nach Höhen und Tiefen hat sie jetzt Umfragen zufolge gute Chancen, auch erste deutsche Kanzlerin zu werden:

Juli 2000 - Erster Fehlschlag drei Monate nach der Wahl zur CDU- Chefin: Die rot-grüne Steuerreform passiert mit Hilfe «abtrünniger» CDU-Länder den Bundesrat. Im Mai wiederholt sich die Niederlage bei der Rentenreform.

Oktober 2000 - Merkel trennt sich von ihrem Generalsekretär Ruprecht Polenz. Nachfolger des «Missgriffs» wird Laurenz Meyer.

August 2001 - Gegen den Willen der Führung lehnen 68 Abgeordnete der Fraktion einen Einsatz der Bundeswehr in Mazedonien ab.

Januar 2002 - Merkel verzichtet nach langem Tauziehen zugunsten von CSU-Chef Edmund Stoiber auf eine Kanzlerkandidatur.

April 2002 - In Sachsen-Anhalt setzt sich die Erfolgsserie der Union bei Landtagswahlen fort. Wie schon zuvor in Hamburg, 2003 in Niedersachsen und 2005 in NRW, wird die SPD in die Opposition verwiesen.

September 2002 - Nach knapp verlorener Bundestagswahl verdrängt Merkel mit Stoibers Unterstützung ihren Rivalen, den Steuerexperten Friedrich Merz, als Fraktionschef.

Dezember 2003 - Merkel triumphiert auf dem Parteitag in Leipzig mit ihrem Konzept einer Gesundheitsprämie. Auch Merz' radikales Steuerkonzept geht durch. Gastredner Stoiber erhält nur müden Applaus.

Januar 2004 - Die CSU kontert mit einem eigenen Steuerkonzept. CSU-Sozialexperte und Fraktionsvize Horst Seehofer attackiert die «unsozialen» Gesundheitspläne der CDU.

März 2004 - Merkel setzt gegen parteiinterne Vorbehalte Horst Köhler als Kandidat für das Amt des Bundespräsidenten durch. Sie übergeht damit ihren Amtsvorgänger Wolfgang Schäuble.

Juni 2004 - Mit der Europawahl beginnt ein zeitweiliger Sinkflug der CDU in der Wählergunst. Auch die Umfrageergebnisse für die Union und Merkel stürzen ab.

Oktober 2004 - Merz zieht sich aus der Fraktionsspitze zurück. Kurz danach verwirft Merkel den Plan einer Unterschriftenaktion gegen den EU-Beitritt der Türkei.

November 2004 - Merkel und Stoiber einigen sich auf einen Kompromiss im Gesundheitsstreit, ernten dafür aber heftige Kritik. Seehofer tritt als Fraktionsvize zurück.

Dezember 2004 - Merkel wird als Parteivorsitzende bestätigt - allerdings nur mit 88,4 Prozent der Stimmen. Im Januar macht sie Volker Kauder zum Nachfolger des zurückgetretenen Generalsekretärs Laurenz Meyer.

Mai 2005 - Drei Monate nach dem Erfolg in Schleswig-Holstein gewinnt die CDU auch die NRW-Wahl. Nach dem Aus für die letzte rot- grüne Landesregierung in Deutschland will die Bundes-SPD die Bundestagswahl vorziehen. Merkel ist die Kanzlerkandidatur nicht mehr zu nehmen. (tso)

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