Chronologie : Der Tarifkonflikt im öffentlichen Dienst

Berlin - Die Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) und die Gewerkschaften haben am Samstag ihre Gespräche ohne Ergebnis abgebrochen. Die Streiks im öffentlichen Dienst gehen in die sechste Woche.

Juni 2003

: Die Länder kündigen die Tarifverträge über Urlaubs- und Weihnachtsgeld.

März 2004: Auch der Arbeitszeitvertrag für die Angestellten und Arbeiter im öffentlichen Dienst in Westdeutschland wird von den Ländern gekündigt. In der Folge ist die TdL an den Verhandlungen über einen neuen Tarifvertrag für den Öffentlichen Dienst (TVöD) nicht mehr beteiligt.

Oktober 2005: Der TVöD tritt im Bund und in den Kommunen in Kraft. Die Länder akzeptieren den TVöD nicht. Die kommunalen Arbeitgeberverbände in Baden-Württemberg, Niedersachsen und Hamburg nutzen später Öffnungsklauseln im TVöD, um von der 38,5-Stunden-Woche abweichen zu können.

26. Januar 2006: Der Vorsitzende der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di, Frank Bsirske, kündigt Urabstimmungen in mehreren Bundesländern an. Die Streiks sollen Anfang Februar beginnen.

1. Februar: Erste Streiks in Niedersachsen. Rund 20 000 Beschäftigte des öffentlichen Dienstes beteiligen sich.

6. Februar: Auftakt zum größten Streik im öffentlichen Dienst seit 14 Jahren: In Baden-Württemberg legen unter anderem Müllwerker in allen Großstädten ihre Arbeit nieder.

13. Februar: Beginn flächendeckender Streiks - zunächst in zehn Bundesländern. Die Beteiligung schwankt in der Folgezeit nach Gewerkschaftsangaben zwischen 20 000 und 40 000 Beschäftigten.

20. Februar: Ein erstes Spitzengespräch auf Länderebene endet ohne greifbares Ergebnis - Gewerkschaften und TdL vereinbaren ein weiteres Treffen.

1. März: In Hamburg präsentieren die Tarifparteien eine erste Einigung: Die Arbeitszeiten in den städtischen Betrieben sollen nach Alter und Gehaltsstufe sowie Kindern in der Familie gestaffelt werden. Der Streik der Landesbeschäftigten geht weiter. In Baden- Württemberg platzen die Gespräche. Ver.di kündigt eine Ausweitung der Streiks an.

9. März: Die Gewerkschaften brechen Sondierungsgespräche in Baden- Württemberg ab. Die Streiks erreichen einen vorläufigen Höhepunkt. In elf Ländern streiken ver.di zufolge 41 000 Menschen.

10. März: Spitzentreffen von TdL und Gewerkschaften. 14 Stunden wird verhandelt, dann werden die Gespräche vertagt.

11. März: Abbruch der Gespräche zwischen Ländern und Gewerkschaften. (tso/dpa)

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