Chronologie : Die Terror-Spur der RAF

Nach über zwei Jahrzehnten der Gewalt verkündete die "Rote-Armee-Fraktion" (RAF) im April 1998 ihre Auflösung. Die wichtigsten Stationen im Überblick.

April 1968

: Auf zwei Kaufhäuser in Frankfurt am Main werden Anschläge verübt. Zu den Tätern gehören Andreas Baader und Gudrun Ensslin. 1970 wird Baader gefasst, kurz darauf jedoch von Ulrike Meinhof befreit.

März/Mai 1972: Bei Bombenanschlägen auf Stützpunkte der US-Armee in Frankfurt am Main und Heidelberg sterben insgesamt vier Menschen, 18 weitere Personen werden verletzt.

November 1974: Der Präsident des Berliner Kammergerichts, Günther von Drenkmann, wird in seinem Haus erschossen.

Februar 1975: Der Chef der Berliner CDU, Peter Lorenz, wird von der RAF-nahen "Bewegung 2. Juni" entführt und fünf Tage lang gefangen gehalten.

April 1975: RAF-Terroristen überfallen die deutsche Botschaft in Stockholm, töten zwei Diplomaten und zünden eine Sprengladung.

Mai 1976: Ulrike Meinhof begeht im Gefängnis Stuttgart-Stammheim Selbstmord.

April 1977: Generalbundesanwalt Siegfried Buback wird in seinem Dienstwagen in Karlsruhe erschossen. Baader, Ensslin und Jan-Carl Raspe werden zu lebenslanger Haft verurteilt.

Juli 1977: Drei RAF-Aktivisten töten den Vorstandschef der Dresdner Bank, Jürgen Ponto, in seinem Haus bei Frankfurt am Main.

September 1977: Ein RAF-Kommando verschleppt Arbeitgeberpräsident Hanns-Martin Schleyer, um Baader, Ensslin und Raspe aus der Haft freizupressen. Um der Forderung Nachdruck zu verleihen, entführen palästinensische Terroristen die Lufthansa-Maschine "Landshut" nach Mogadischu. Nach der Befreiung der Geiseln durch eine GSG-9-Sondereinheit begehen Baader, Ensslin und Raspe Selbstmord. Schleyer wird kurz darauf ermordet aufgefunden.

Juni 1979: Anschlag auf den Nato-Oberbefehlshaber General Alexander Haig in Belgien. Haig überlebt.

Februar 1985: Der Chef des MTU-Konzerns, Ernst Zimmermann, wird in der Nähe von München erschossen.

August 1985: Sprengstoffanschlag auf die Rhein-Main-Airbase der USA mit drei Toten.

Juli 1986: Ermordung des Siemens-Vorstandsmitglieds Karl Heinz Beckurts und seines Fahrers.

Oktober 1986: Ein hoher Beamter des Auswärtigen Amtes, Gerold von Braunmühl, wird in Bonn erschossen.

November 1989: Ermordung des Vorstandssprechers der Deutschen Bank, Alfred Herrhausen, in Bad Homburg.

April 1991: Ermordung des Chefs der DDR-Treuhandanstalt, Detlev Karsten Rohwedder, in Düsseldorf.

März 1993: Ein RAF-Kommando sprengt den Gefängnis-Neubau in Weiterstadt bei Darmstadt in die Luft. Der Sachschaden: 100 Millionen Mark.

Juni 1993: Die Polizei stellt im mecklenburgischen Bad Kleinen die RAF-Mitglieder Wolfgang Grams und Birgit Hogefeld. Ein GSG-9-Beamter wird von Grams erschossen, auch Grams kommt zu Tode. (tso/ddp)

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