Chronologie : Krawallnächte in Frankreich

Paris - Seit dem Unfalltod zweier Jugendlichen in der Pariser Vorstadt Clichy-sous-Bois am 27. Oktober kommt es in den zumeist von Einwandererfamilien bewohnten Vororten französischer Städte zu Gewaltausbrüchen. Die Entwicklung der Ereignisse:

28.10.: Jugendbanden stecken mehr als 20 Autos in Brand, werfen Scheiben öffentlicher Gebäude ein und zerstören Bushaltestellen in Clichy-sous-Bois. Innenminister Nicolas Sarkozy erklärt, die ums Leben gekommenen Jugendlichen seien nicht von der Polizei verfolgt worden.

29.10.: Etwa 400 überwiegend junge Randalierer liefern sich in Clichy-sous-Bois Straßenkämpfe mit der Polizei. Sieben Polizisten werden verletzt, 14 junge Leute in Polizeigewahrsam genommen. Schweigemarsch für die toten Jugendlichen mit 500 Teilnehmern.

30.10.: Randalierer setzen Autos in Clichy-sous-Bois in Brand. Befürchtete neue Straßenkämpfe bleiben aber aus.

31.10.: In der vierten Nacht hintereinander kommt es in Clichy- sous-Bois zu Gewaltausbrüchen. Sarkozy kündigt ein «scharfes Durchgreifen» und «Null Toleranz» gegen Randalierer an.

1.11.: Erstmals weitet sich die Gewalt auf andere Pariser Vororte aus. Sarkozy gerät wegen seiner scharfen Ordnungsparolen auch innerhalb der konservativen Regierung in die Kritik.

2.11.: Die Gewalt greift auf andere Vorstädte in vier Départements im Pariser Umland über. Premierminister Dominique de Villepin sagt eine Kanadareise wegen der Unruhen ab.

3.11.: Wieder Gewaltausbrüche in Pariser Vorstädten, aber auch in Dijon südöstlich von Paris sowie in Départements im Nordwesten und in Südfrankreich werden Autos in Brand gesteckt. Ein Verfahren wegen unterlassener Hilfeleistung wird wegen des Unfalltodes der Jugendlichen im Transformatorhaus eingeleitet.

4.11.: Zahlreiche Autos und Busse gehen in Flammen auf, auch in Städten wie Marseille, Dijon oder Le Havre. Oppositionspolitiker fordern den Rücktritt von Sarkozy.

5.11.: In Evreux bei Paris liefern sich Randalierer eine Straßenschlacht mit der Polizei. Erstmals ist auch das Zentrum von Paris betroffen. Anschläge gibt es in allen Regionen vom Ärmelkanal und dem Elsass über das Zentralmassiv bis nach Nizza. (tso/dpa)

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