Chronologie : Stoibers Hin und Her

Seit der Entscheidung für eine vorgezogene Bundestagswahl wurde über die künftige Rolle des bayerischen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber spekuliert. Der CSU-Chef selbst ließ seine Entscheidung über einen Wechsel nach Berlin lange offen:

23. Mai

: Stoiber will erst nach der Wahl über einen möglichen Wechsel nach Berlin entscheiden. «Das ist meine ureigene persönliche Entscheidung, und das bitte ich zu respektieren», zitieren Teilnehmer einer CSU-Sitzung ihren Chef.

18. September: Am Wahlabend schließt er einen Wechsel grundsätzlich nicht aus. «Ich bin bereit, für Deutschland auch in Berlin Verantwortung zu übernehmen», sagt er dem Bayerischen Fernsehen. Allerdings müsse man erst die Konstellationen kennen.

26. September: Nach Angaben des bayerischen Innenministers Günther Beckstein (CSU) hat Stoiber «eine gewisse Tendenz in Richtung Berlin erklärt», seine endgültige Entscheidung jedoch noch nicht getroffen.

27. September: «Erst einmal müssen Union und SPD sich auf eine stabile Regierung mit einem vernünftigen Programm verständigen. Dann kann ich mir auch vorstellen, in diesem Kabinett Verantwortung zu übernehmen», sagt Stoiber der «Bild»-Zeitung.

28. September: «Wenn es zu einer großen Koalition kommt und die Konstellationen stimmen, bin ich dabei», erklärt er nach dem zweiten Sondierungsgespräch zwischen Union und SPD.

10. Oktober: Union und SPD einigen sich darauf, dass Stoiber Minister für Wirtschaft und Technologie werden soll. Sein künftiges Aufgabengebiet nennt er eine «große Chance für die Gestaltung eines wirtschaftlichen Aufschwungs».

31. Oktober: Nach dem Rückzug von SPD-Chef Franz Müntefering aus der SPD-Führungsriege denkt Stoiber darüber nach, nicht nach Berlin zu wechseln: «Das ist für mich und uns eine veränderte Lage.»

1. November: Stoiber will nach Angaben aus Parteikreisen in München bleiben. Der Vorsitzende der CSU-Landesgruppe im Bundestag, Michael Glos, soll statt seiner Bundesminister für Wirtschaft und Technologie werden.

(tso)

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