• CIA-Aktion in Hamburg verhindert? Geheimdienst wollte Spion unter radikalen Moslems anwerben

Politik : CIA-Aktion in Hamburg verhindert? Geheimdienst wollte Spion unter radikalen Moslems anwerben

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Chicago (dpa). Der USGeheimdienst CIA hat nach einem Bericht der Zeitung „Chicago Tribune“ vergeblich versucht, in Hamburg einen Spion zu rekrutieren, der mit den Terroristen des 11. September verkehrte. Die CIA habe den in Hamburg lebenden Syrer Mamoun Darkazanli schon 1999 verdächtigt, von einem geplanten Terroranschlag zu wissen und habe versucht, ihn als Informanten anzuheuern, berichtete die Zeitung am Sonntag. Das Hamburger Landesamt für Verfassungsschutz (LfV) habe das Ansinnen des in Hamburg tätigen CIA-Agenten aber abgewiesen. Ausländische Geheimdienste dürften in Deutschland nicht tätig werden. Von der CIA als halbherzig eingestufte deutsche Versuche, den Mann als Informanten zu gewinnen, seien fehlgeschlagen und hätten die CIA erzürnt, schreibt die „Chicago Tribune“.

Wenn die Informationen korrekt sind, ist dies der erste Hinweis, dass die USA radikale Moslems in Hamburg lange vor den Anschlägen im Visier hatten. Darkazanli besuchte dieselbe Moschee wie die späteren Attentäter Mohammed Atta, Marwan Alshehhi und Ziad Jarrah. Er war den US-Behörden nach dem Zeitungsbericht erstmals im Zusammenhang mit den Anschlägen auf US-Botschaften in Kenia und Tansania 1998 aufgefallen. Seine Hamburger Adresse sei auf Geschäftspapieren eines Vertrauten von Osama bin Laden benutzt worden, der Scheinfirmen zum Verschieben von Terrorgeldern aufbaute. Der Deutsch-Syrer Darkazanli war nach den Anschlägen in die Schlagzeilen geraten, weil ein Konto seiner Firma auf einer US-Liste über mutmaßliche Terrorgelder auftauchte. Darkazanli ließ über einen Anwalt erklären, er habe mit Al Qaida oder den Anschlägen nichts zu tun.

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