Politik : CIA in der Kritik: Geheimdienst-Chef weist Vorwürfe zurück

Der Chef des US-amerikanischen Geheimdienstes CIA, George Tenet, hat Vorwürfe über ein Versagen bei den Terroranschlägen vom Dienstag indirekt zurückgewiesen. Der Central Intelligence Agency (CIA) sei es zwar nicht gelungen, die "letzten dramatischen Attacken" zu verhindern, sagte Tenet. Der Nachrichtendienst habe aber "in der Vergangenheit" viel getan, um den Terrorismus zu bekämpfen, sagte Tenet am Mittwoch (Ortszeit) in einer Rede vor CIA-Mitarbeitern am Sitz des Geheimdienstes in Langley (US-Bundesstaat Virginia) bei Washington. Der Nachrichtendienst habe in der Vergangenheit bereits Hunderten, wenn nicht Tausenden US-amerikanischen Bürgern das Leben gerettet. Die CIA arbeite jetzt mit Hochdruck daran, den "Schild des Fanatismus zu durchbrechen" und die Schuldigen dingfest zu machen. "Die Arbeit erwartet uns", sagte er seinen Mitarbeitern.

Zuvor hatten sich viele US-Abgeordnete entsetzt gezeigt, dass der Nachrichtendienst den Terrorangriff nicht verhindert hatte. Ein republikanisches Mitglied im Streitkräfte-Ausschuss des Repräsentantenhauses sprach von einem "Versagen aufgrund fehlender Mittel".

Neues Geheimdienst-Gesetz

Unterdessen bereiten die Vereinigten Staaten ein Gesetz zur Reform ihrer Geheimdienste vor. Die Entscheidungswege der insgesamt 13 für den Geheimdienst zuständigen Organisationen müssten erheblich gestrafft und ihre jeweiligen Zuständigkeiten deutlicher gemacht werden, sagte der Vorsitzende des Geheimdienst-Ausschusses im amerikanischen Senat, Bob Graham am Donnerstag in Washington. Er bevorzuge einen einzigen Verantwortlichen für alle Geheimdienstbüros, sagte Graham, der im besten Fall auch nicht im Weißen Haus sitzen solle.

Die US-amerikanische Regierung betreibt derzeit insgesamt 13 Geheimdienste, die zum Großteil Behörden wie dem Verteidigungs-, Finanz-, Energie- und Außenministerium angegliedert sind. Der CIA ist der einzig unabhängige Geheimdienst der Vereinigten Staaten.

Graham sagte weiter, vier Dienste hätten bereits über ihre Rolle "in dieser Tragödie" Auskunft gegeben. Kein einziges Büro, noch weniger einzelne Individuen, könnten für das Geschehen verantwortlich gemacht werden, sagte Graham.

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