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Civey-Umfrage : Mehrheit der Deutschen befürchtet schlechteres Verhältnis zu den USA

Die Mehrheit der Deutschen glaubt, dass Donald Trumps Präsidentschaft den Populisten in Europa Auftrieb gibt. Sehen Sie hier weitere Ergebnisse und Grafiken des Civey-Umfrageinstituts im Auftrag des Tagesspiegels.

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Donald Trump und seine Frau Melania vor dem Lincoln Memorial.
Donald Trump und seine Frau Melania vor dem Lincoln Memorial.Foto: dpa

„Unberechenbar“, „verantwortungslos“, „gefährlich“ – es sind keine schönen Attribute, mit denen die übergroße Mehrheit der Deutschen den neuen Präsidenten der USA behaftet. Immerhin 16,2 Prozent können Donald Trump etwas Positives abgewinnen. Das ergaben repräsentative Erhebungen des Online-Umfrageinstituts Civey für den Tagesspiegel. Befragt wurden in den vergangenen drei Wochen 3010 wahlberechtigte Deutsche.

Grafik: Civey im Auftrag des Tagesspiegels

Deutsch-amerikanisches Verhältnis

Die große Mehrheit der Deutschen befürchtet, dass sich das Verhältnis zu Amerika unter Trump verschlechtern wird (60,8 Prozent), nur jeder Zwanzigste glaubt an ein besseres Verhältnis.

Die größten Befürchtungen haben hierbei die Anhänger der Grünen, die geringsten die Anhänger der AfD.

Wie sich Deutschland verhalten soll

Die Mehrheit der Deutschen wünscht sich eine stärkere Konzentration auf die EU. Jeder Fünfte ist der Ansicht, Deutschland solle sich am besten auf sich selbst konzentrieren, während immerhin mehr als jeder Zehnte eine Orientierung an Russland wünscht. Nur 3,4 Prozent denken, Deutschland solle Amerika Zugeständnisse machen.

Bei den Anhängern der AfD wünschen sich nur ganz wenige eine stärkere EU-Orientierung. Ein Drittel wünscht sich dagegen eine stärkere Orientierung nach Russland. Bei den Altersklassen ist auffällig, dass die Alten stärker eine Konzentration Deutschlands auf sich selbst oder eine Annäherung an Russland wünschen, während sich die Jungen eher in Richtung Europa orientieren.

Grafik: Civey im Auftrag des Tagesspiegels

Donald Trumps politischer Stil

Immerhin jeder sechste Deutsche kann Donald Trumps Stil etwas Positives abgewinnen. Aber eine überwältigende Mehrheit lehnt ihn deutlich ab. Die einzigen Anhänger, die hier aus der Reihe tanzen, sind die der rechtspopulistischen AfD. Hier bezeichnet jeder Vierte den Stil Trumps als „erfrischend“, fast die Hälfte als „direkt“. Eine übergroße Mehrheit der Deutschen denkt, dass Trumps Präsidentschaft den Populisten in Europa zusätzlichen Aufwind geben wird, da sind sich Anhänger und Gegner weitgehend einig.

Grafik: Civey im Auftrag des Tagesspiegels

Trump will weniger für die Nato tun – wie Deutschland reagieren soll

Bei der Frage der Reaktion auf Trumps Andeutungen im Hinblick auf das Verteidigungsbündnis zeigt sich Deutschland sehr gespalten: Ein Drittel wünscht sich eine Erhöhung des Verteidigungsetats, ein Drittel, dass Deutschland weitermacht wie bisher, ein Drittel wünscht sich andere Maßnahmen. Dabei ist der Wunsch nach einem erhöhten Verteidigungsetat bei den FDP-Anhängern besonders ausgeprägt, deutlich stärker, als bei Unions-Anhängern oder AfD-Anhängern. Am wenigsten wünschen sich dies die Anhänger der Linken. Trump hatte unter anderem gefordert, dass die Nato-Staaten ihren vereinbarten Verpflichtungen nachkommen und die Verteidigungsetats erhöhen sollten. In gewisser Weise konservativ zeigen sich Sozialdemokraten. Hier ist der Anteil derjenigen, die wünschen, dass bei der Verteidigung alles so bleibt wie bisher, am höchsten.

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