Politik : Clement soll den Generalkurs "Innovation vor Gerechtigkeit" stützen

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Wolfgang Clement soll also stellvertretender SPD-Chef werden. Nicht, dass diese Meldung besonders überraschend wäre; der Landesverband Nordrhein-Westfalen ist der wichtigste, größte, mitgliederstärkste der SPD, und Johannes Rau hat einen Platz in der Führung frei gemacht. Die Nachricht hat dennoch besonderen Rang, weil deutlich wird, womit sich Gerhard Schröders politisches Schicksal verbindet: Clement ist ein erklärter Schröder-Mann; er gilt als ein Innovator, als ein Politiker vom Typ Manager - der sich in der SPD erst noch durchsetzen muss. So summieren sich die Gründe, die einen Wahlsieg der Partei in NRW zwingend machen. Clement soll ja auch noch zeigen, wie Rote mit Grünen zum eigenen Nutzen verfahren können, und belegen, dass der Generalkurs - Innovation vor Gerechtigkeit - richtig ist. Damit nun aber nichts anbrennt, hat Wolfgang Clement vor kurzem erklärt, er werde auf der Linie Lionel Jospins vorgehen, also mehr gute alte Linke als kalte neue Mitte. War das ein Clou! Clement nimmt Druck von Schröder, auch in der SPD; Schröder neigt schließlich sehr zum Kurs von Tony Blair. Allerdings wird Clement eine Gegenleistung einfallen. Bei der Ökosteuer? Außerdem wird auf dem Parteitag Oskar Lafontaine erwartet, der SPD-Jospin a. D. Und der spielt gerne Schicksal.

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