Politik : Clinton in Moskau: Putin und der US-Präsident setzen Abrüstungssignal

US-Präsident Bill Clinton und sein russischer Kollege Wladimir Putin haben am Sonntag auf ihrem Gipfeltreffen in Moskau zwei Abrüstungsabkommen unterzeichnet. Sie sehen die Vernichtung von insgesamt 68 Tonnen Plutonium und eine engere Zusammenarbeit bei Frühwarnsystemen im Angriffsfall vor. Im Streit um den geplanten US-Raketenabwehrschild wurde jedoch kein Durchbruch erzielt.

In Russland und bei den westeuropäischen Verbündeten der USA waren gleichermaßen Befürchtungen laut geworden, die US-Pläne für ein nationales Raketenabwehrsystem (NMD) könnten ein neues Wettrüsten auslösen und den ABM-Vertrag von 1972 aushöhlen, der eine Begrenzung der Verteidigungssysteme gegen Langstreckenraketen vorsieht. Die USA streben zum Bau ihres NMD-Systems eine Ergänzung an. Sie soll ihnen den Aufbau eines landesweiten Raketen-Abwehrschirms gegen Angriffe von Staaten wie Nordkorea, Libyen oder Irak erlauben, die Washington für unberechenbar hält. Putin hatte als Kompromiss die Entwicklung eines gemeinsamen Abwehrschirms vorgeschlagen. In dieser Frage gabe es am Sonntag keine Einigung.

Die zu vernichtende Menge Plutonium von jeweils 34 Tonnen reicht aus, um mehrere Tausend Atomsprengköpfe herzustellen. Das auf zehn Jahre angelegte Abkommen über ein Frühwarnsystem sieht die Fertigstellung eines Zentrums in Moskau im Herbst 2001 vor. Es soll rund um die Uhr besetzt sein und die andere Seite binnen Minuten über einen Raketenstart informieren. Auch Informationen über Raketenstarts in Drittstaaten sollen ausgetauscht werden, wie aus US-Delegationskreisen verlautete.

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