Politik : Clinton in Nigeria: US-Präsident lobt die junge Demokratie

Bei seinem zweitägigen Besuch in Nigeria hat US-Präsident Bill Clinton den Übergang des bevölkerungsreichsten Landes Afrikas zur Demokratie als "mutigen Anfang" gewürdigt und weitere Unterstützung der USA zugesichert. Zugleich warnte Clinton am Wochenende in einer Rede vor dem Parlament vor den Gefahren ethnisch und religiös motivierten Hasses. "Ihr Kampf ist Amerikas Kampf und der Kampf der Welt", sagte der US-Präsident, der immer wieder vom Applaus der Abgeordneten unterbrochen wurde. Weitere Stationen auf Clintons Afrika-Reise sind Tansania und Ägypten.

"Sie haben lange gegen Widerstände gekämpft, um so weit zu kommen", lobte Clinton die Parlamentarier, mahnte aber zu besserer Zusammenarbeit mit Präsident Olusegun Obasanjo. "Die Welt braucht Nigeria", rief er den Abgeordneten zu, von denen viele sich von Obasanjo ungerecht behandelt fühlen. Nigeria werde in seinen Bemühungen von den USA nicht allein gelassen, sicherte Clinton bei einem Staatsempfang bei Obasanjo zu. Obasanjo pries Clinton als "einen Freund Afrikas". Auf die Bitte seines Gastgebers, finanzielle Mittel zur Streichung der nigerianischen Auslandschulden bereitzustellen, ging Clinton aber nicht ein.

Die beiden Staatschefs unterzeichneten eine Erklärung, in der sie sich nur allgemein für einen Schuldenerlass für Nigeria einsetzen, und sprachen nach Angaben der US-Regierung über den Bürgerkrieg in Sierra Leone sowie Waffenhandel und Diamantenschmuggel in Liberia. Nigerias Hinwendung zur Demokratie bezeichnete Clinton als den wichtigsten Wandel auf dem Kontinent seit dem Ende der Apartheid in Südafrika. Mit 4,3 Millionen Dollar wollen die USA die Reformen unterstützen. Weitere 4,5 Millionen Dollar sollen für die Förderung von Grundschulen bereitgestellt werden.

Auf seiner ersten Afrikareise im Jahr 1998 hatte Clinton nicht in Nigeria Station gemacht, um ein Zeichen gegen den damaligen Militärmachthaber Sani Abacha zu setzen. Nach dem Tod Abachas wurde Obasanjo im vergangenen Jahr zum Präsidenten des aus 250 verschiedenen ethnischen Gruppen gebildeten Staates gewählt. Clinton reist nur ein knappes halbes Jahr vor dem Ende seiner Amtszeit in Begleitung seiner Tochter Chelsea und einer Delegation, der neben dem Bürgerrechtler Jesse Jackson auch Energieminister Bill Richardson angehört. Dieser wollte mit der nigerianischen Regierung über eine Steigerung der US-Ölimporte und eine Senkung der Preise sprechen.

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