Politik : Clinton setzt trotz erster Verluste auf "erbarmungslose" Fortsetzung des Krieges

SPANGDAHLEM/BONN (AP/rtr).Die NATO-Angriffe auf Jugoslawien sollen nach den Worten von US-Präsident Bill Clinton "erbarmungslos intensiviert" werden, bis die Führung in Belgrad die Bündnis-Forderungen akzeptiere.Das unterstrich Clinton auf dem US-Luftwaffenstützpunkt Spangdahlem.Vor 5000 US-Soldaten bezeichnete Clinton die Situation im Kosovo als "unerträglich"."Wir wollen, daß Europa nicht geteilt ist, sondern ein Europa, das im Frieden lebt", unterstrich er unter Jubel der Soldaten.In einem Gespräch mit NATO-Generalsekretär Solana in Brüssel hatte Clinton zuvor das Bündnis über sein Treffen mit Rußlands Jugoslawien-Vermittler Tschernomyrdin informiert.

Erstmals im Kosovo-Krieg hat die NATO zwei Soldaten verloren: Der Pilot und der Bordschütze eines amerikanischen Apache-Kampfhubschraubers kamen am Mittwoch beim Absturz auf einem Übungsflug in Albanien über schwer zugänglichem Gelände rund 75 Kilometer nordöstlich von Tirana ums Leben.Der Helikopter sei explodiert und in einem "Feuerball" aufgegangen, sagte US-Oberstleutnant Garrie Dornen.Der Absturz werde den geplanten Einsatz der auf Panzerbekämpfung spezialisierten Hubschrauber aber nicht verzögern.Die Absturzstelle befand sich in der Nähe der albanischen Grenze zu Jugoslawien und Mazedonien.

Die Grünen haben scharfe Kritik an der ablehnenden Haltung der unionsgeführten Bundesländer zur Aufnahme weiterer Kosovo-Flüchtlinge geübt.Das Verhalten der Länder zeige den "Ungeist schändlicher Pfennigfuchserei", sagte Gunda Röstel am Mittwoch in Bonn.Während die Hilfsorganisationen im Kosovo bis zur Erschöpfung arbeiteten, zeigten die CDU/CSU-Länderinnenminister den Flüchtlingen "die kalte Schulter".

Ein Hilfskonvoi der Ärzte der Welt im Kosovo ist nach Angaben der Hilfsorganisation am Mittwoch angegriffen worden.Die griechische Vertretung der Organisation teilte in Athen mit, es habe keine Verletzten gegeben.Man wisse nicht, wer den Konvoi aus drei Lastwagen und einem Jeep angegriffen habe."Sie wurden getroffen, aber wir sind nicht sicher, ob vom Boden oder aus der Luft", sagte Sprecher Panagiotis Papanastasiou.Der Transport mit drei Fahrern und einem Arzt sollten den Angaben zufolge Medikamente nach Pristina bringen.Eine weitere Sprecherin der Ärzte der Welt sagte, die Lastwagen hätten das Krankenhaus in der Hauptstadt des Kosovos aus eigener Kraft erreicht.

Die Regierung in Belgrad hält an seiner Ablehung der NATO-Bedingungen für eine Feuereinstellung fest.Jugoslawien würde nur eine unbewaffnete UN-Mission im Kosovo akzeptieren.Der Umfang und Einzelheiten dieser Mission, die keine "robuste Besatzungsmacht" sein dürfe, müßten UN-Generalsekretär Annan und die jugoslawische Führung festlegen, sagte der Pressesprecher des jugoslawischen Außenministeriums, Vujovic, in Belgrad.Die Führungspositionen in dieser Mission sollten neutrale Staaten, die nicht an der "NATO-Aggression" gegen Jugoslawien teilnehmen, und Rußland haben, sagte Vujovic.

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