Politik : Clinton streitet Sex-Affäre ab

Persönliche Erklärung des US-Präsidenten: "Nie jemanden zur Lüge aufgefordert" WASHINGTON (dpa/AP).US-Präsident Clinton hat am Montag erneut bestritten, daß er ein intimes Verhältnis mit der Praktikantin Monica Lewinsky hatte."Ich habe keine sexuelle Beziehungen mit dieser Frau gehabt", so Clinton im Weißen Haus: "Ich habe nie jemandem gesagt zu lügen." Sonderermittler Starr versucht ihm nachzuweisen, daß er Lewinsky im Zusammenhang mit einer eidesstattlichen Erklärung zur Falschaussage angestiftet hat. Im Wortlaut sagte Clinton zu den Vorwürfen: "Ich will dem amerikanischen Volk eines sagen: Ich möchte, daß Sie mir zuhören.Ich werde das wieder sagen.Ich hatte keine sexuelle Beziehung zu dieser Frau, Lewinsky.Ich habe nie jemanden zur Lüge aufgefordert.Nicht ein einziges Mal.Niemals.Diese Anschuldigungen sind falsch, und ich muß wieder zu meiner Arbeit für das amerikanische Volk zurückkehren." Fragen zur Art seiner Beziehung zu Lewinsky ließ er nicht zu.An der Veranstaltung nahmen auch seine Frau Hillary und Vizepräsident Al Gore teil.Clinton hatte überraschend in den Roosevelt Raum des Weißen Hauses geladen und eine Initiative zur Verbesserung von Kindertagesstätten dafür verschoben. Der Präsident gab mit dieser Stellungnahme dem Drängen seiner politischen Berater nach, noch vor seinem Bericht zur Lage der Nation am Dienstag abend Ortszeit (Mittwoch MEZ) nochmals entschieden zu den Vorwürfen Stellung zu nehmen.Wie Clinton letzte Woche unter Eid, hatte auch Lewinsky in ihrer eidesstattlichen Erklärung eine Affäre bestritten.Auf Tonbändern, die von einer Freundin im Zusammenarbeit mit dem Sonderanwalt aufgenommen wurden, hat die frühere Praktikantin jedoch über eine sexuelle Beziehung zu Clinton gesprochen, ohne allerdings dessen Namen zu nennen. Unterdessen blieben Verhandlungen des Lewinsky-Anwalts William Ginsburg erfolglos, der Straffreiheit als Gegenleistung für Aussagen seiner Mandantin erhalten will.Der Fernsehsender CNN berichtete, daß die für den heutigen Dienstag vorgesehene Aussage der 24jährigen vor einer Bundesanklagekammer möglicherweise verschoben werde. Der Fernsehsender ABC berichtete dagegen, Sonderermittler Kenneth Starr gehe Zeugenaussagen nach, wonach Clinton und Lewinsky im Weißen Haus in flagranti ertappt worden seien.Daraufhin sei die Praktikantin ins Verteidigungsministerium versetzt worden.Der Augenzeuge sei ein Angestellter des Weißen Hauses gewesen.An anderer Stelle war von einem Sicherheitsbeamten die Rede.Clintons ehemaliger Stabschef Panetta und seine Stellvertreterin bestritten, daß ein Augenzeuge ihnen von einem Rendezvous zwischen dem Präsidenten und Lewinsky berichtet habe. Eine ehemalige Kommilitonin von Lewinsky, eine Schwedin, sagte indes der Zeitung "Aftonbladet", die 24jährige sei eine "krankhafte Lügnerin".Lewinsky habe schon am College eine Liebesaffäre mit einem Lehrer erfunden, "von der jeder wußte, daß sie nicht stimmt". Mehrere Befragungen in den Vereinigten Staaten ergaben, daß die Mehrheit der US-Bürger nicht glaubt, daß Clinton nur freundschaftliche Beziehungen zu Lewinsky gehabt habe.Doch 64 Prozent sehen nach Angaben der Meinungsforschern der "Washington Post" in einer Sex-Affäre noch keinen ausreichenden Grund für ein Amtsenthebungsverfahren.

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