Politik : Clintons Ex-Berater kritisiert Bush

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Berlin - Unmittelbar vor dem Besuch von US-Außenministerin Condoleezza Rice am Mittwoch bei der Nato in Brüssel hat Samuel Berger, der frühere Nationale Sicherheitsberater des US-Präsidenten Bill Clinton, die Politik der Bush-Administration scharf kritisiert. Im Kampf gegen den Terror und beim Irakkrieg seien die Vereinigten Staaten „arrogant“ und „ohne Rücksicht auf die Alliierten“ vorgegangen. „200 Milliarden Dollar und 2000 tote US-Soldaten im Irak später sehen wir jedoch die Grenzen der amerikanischen Macht“, sagte Berger bei einem Vortrag in der American Academy in Berlin.

„Nicht die Terroristen sind isoliert, sondern die USA“, sagte Berger weiter. Es sei „kurzsichtig“ von US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld gewesen, eine Einteilung in ein „altes“ und ein „neues“ Europa vorzunehmen. „Wir brauchen ein einiges und starkes Europa als dauerhaften Partner, keine kurzlebigen Koalitionen der Willigen.“ Er hoffe, dass Außenministerin Rice das als Botschaft mit nach Brüssel nehme.

Den Herausforderungen der Zukunft, unter denen der militante Dschihadismus die bedrohlichste sei, könne nur gemeinsam durch die USA und Europa begegnet werden. Das Bewusstsein dieser gemeinsamen Bedrohung könnte laut Berger die Basis einer Wiederannäherung sein – „unter der Frage: Wie gehen wir gemeinsam damit um?“ Nötig seien Macht und Stärke einerseits, moralische Autorität und Glaubwürdigkeit andererseits. Wobei die sich nicht auf die USA und Europa verteilen dürften: „Beide Partner brauchen beides.“ Die USA müssten Europa mit mehr Respekt begegnen. Europa müsse mehr Führungswillen und -verantwortung demonstrieren, mehr militärische Stärke und den „Willen, die Last des Kampfes gegen den Terror mitzutragen“. Macht ohne moralische Autorität sei falsch, sagte Berger und fügte hinzu: „Aber moralische Autorität ohne Macht ist schwach.“ mis

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