Politik : Clintons Nahost-Reise endet mit Eklat statt Durchbruch

EREZ/BETHLEHEM (AFP).US-Präsident Bill Clinton hat bei seiner Nahost-Reise keinen Duchbruch erzielen können.Auch am letzten Tag seines historischen Besuchs konnte er die verhärteten Fronten zwischen Israelis und Palästinensern nicht aufbrechen.Ein Dreier-Treffen mit Präsident Jassir Arafat und Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu endete am Dienstag morgen im Mißklang und ohne Fortschritte.Dennoch sprach Clinton von einem Erfolg seiner Reise.US-Außenministerin Albright schlug unterdessen in Amman vor, die Freilassung palästinensischer Häfltinge jeweils im Einzelfall zu regeln.

Am Morgen hatte zunächst Arafat den Konferenzraum am israelisch-palästinensischen Grenzpunkt Erez abrupt verlassen.Zum ursprünglich geplanten Treffen der drei Politiker ohne ihre Berater kam es überhaupt nicht.Clinton und Netanjahu sagten zwar nach Ende der Beratungen, es gebe keine Krise, räumten aber ein, daß in den entscheidenden Fragen keinerlei Durchbruch erzielt worden sei.Auch in der Frage der Freilassung palästinensischer Häftlinge aus israelischen Gefängnissen gab es keine Einigung.Der Palästinenservertreter Nabil Schaath warf Netanjahu vor, die Gespräche zu torpedieren.

Clinton erklärte Reportern, in der großen Beratungsrunde sei festgestellt worden, der Friedensprozeß sei "wieder auf Kurs".Er gehe davon aus, daß US-Außenministerin Albright in Kürze wieder im Nahen Osten vermittelnd eingreifen werde.

Israelische Medien berichteten am Dienstag von einem heftigen Streit zwischen Clinton und Netanjahu.Netanjahu äußerte sich am Dienstag zum Hauptgrund seiner Verärgerung, dem Vergleich Clintons zwischen israelischen Kindern und palästinensischen Kindern, die gleichermaßen unter der Situation litten.

Als letzte Station seiner Reise traf Clinton am Nachmittag in Masada ein, der israelischen Gedenkstätte am Toten Meer.Zuvor hatte er in Begleitung Arafats Bethlehem besucht.Dort besichtigte er die Geburtskirche und schmückte den Weihnachtsbaum auf dem Krippenplatz.

Frankreich forderte Israel unterdessen zu Zugeständnissen auf.Ein Sprecher des Außenministeriums in Paris sagte, die Palästinenser hätten mit der Annullierung israelfeindlicher Passagen aus ihrer Nationalcharta einen bedeutsamen Schritt getan.

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