Politik : Cohn-Bendit: Lafontaine ist wie Haider

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Berlin Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD), Grüne und Gewerkschaften greifen das neue Linksbündnis und ihren Spitzenkandidaten Oskar Lafontaine frontal an. Schröder nannte das Bündnis aus PDS und WASG für die vorgezogene Bundestagswahl am Mittwoch „unseriös, populistisch, demagogisch und unfähig zur Verantwortung“. DGB-Chef Michael Sommer bezeichnete die Aussagen Lafontaines als unglaubwürdig.

Schröder rief die SPD zum Widerstand gegen Lafontaines Strategie auf, „Fremdenfeindlichkeit zu schüren“. Der Kanzler äußerte außerdem die Hoffnung: „Was sich da aus ehemaliger SED, kommunistischen Sekten und linken Sektierern zusammenfindet, wird dauerhaft keinen Erfolg haben.“ DGB-Chef Sommer kritisierte, die Menschen seien daran interessiert, dass die Parteien eine Lösung für die Probleme anböten. Forderungen stellen könnten die Gewerkschaften besser.

Der Vorsitzende der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie , Hubertus Schmoldt, warf der Linkspartei Populismus vor. Das Bündnis mache vor den Grenzen des politischen Anstands nicht halt. Unter Verweis auf Lafontaines umstrittene „Fremdarbeiter“-Äußerung sagte Schmoldt: „Mit mehr als zweifelhaften Begriffen aus dem rechtsradikalen Spektrum wollen Lafontaine und seine Gefolgsleute offenbar im Trüben fischen“.

Der Grünen-Politiker Daniel Cohn- Bendit kritisierte Lafontaine unterdessen als den „deutschen Haider“. Lafontaine sei „nicht nur populistisch“. Er wolle eine „links-nationale Wende. Das ist kein Spiel“, erklärte der Europaparlamentarier am Mittwoch. Dass Lafontaine von „Fremdarbeitern“ gesprochen habe, sei kein Zufall. ddp

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