Politik : Come nicht back

Lafontaine will wieder in die Politik – die SPD will das weniger

Markus Feldenkirchen

Freude sieht anders aus. Mit großen Vorbehalten reagiert die Bundes-SPD auf das Angebot des vor vier Jahren geflüchteten Ex-Parteichefs Oskar Lafontaine, die Partei im saarländischen Landtagswahlkampf 2004 zu unterstützen. Zwar hatte der saarländische Parteichef Heiko Maas prompt Interesse bekundet und ein Gespräch mit Lafontaine angekündigt. Doch mit dieser Geste steht Maas vorerst ziemlich alleine da. SPD-Generalsekretär Olaf Scholz versucht am Montag gar nicht erst zu verbergen, dass er bestens auf die Hilfe Lafontaines verzichten kann. Auf die Frage, wie der verlorene Sohn sich am sinnvollsten für die Partei engagieren könne, sagte Scholz: „Es wäre für viele eine große Freude, wenn die Äußerungen Oskar Lafontaines eine glückliche Wendung nähmen.“ Soll heißen: Den wichtigsten Beitrag zum Wohl der Partei könne Lafontaine leisten, indem er künftig auf seine öffentliche Kritik in Zeitungskolumnen verzichte.

Selbst die Parteilinke ist „not amused“ über Lafontaines Angebot. Gerade die Linken in der SPD habe Lafontaine mit seinem Fortgang „in erhebliche Schwierigkeiten gebracht“, sagt deren Sprecher Michael Müller. „Der muss erst mal viel Buße tun.“ Lafontaine hätte schon 1999 wissen können, dass ihm das Leben als politischer Pensionär langweilig werde. Allerdings hat Müller den einstigen Parteichef noch nicht ganz abgeschrieben. So sagt er, dass „jeder konstruktive Beitrag“ Lafontaines willkommen sei. Die Betonung liegt auf „konstruktiv“.

Klaus Brandner, Arbeitsmarktexperte der SPD-Fraktion, ist ebenfalls nicht begeistert. „Eine neue Rolle für Lafontaine? Das brauchen wir wirklich nicht“, sagt er. Auch an kostenlosen Ratschlägen via „Bild“-Kolumne habe die Partei keinen Bedarf. Selbst die Traditionalisten in der SPD hätten nach der Flucht aus dem Parteiamt noch heute „starke Vorbehalte“ gegen Lafontaine. Allerdings, so Brandner, könne der gerade begonnene Reformkurs der Regierung schon bald eine innerparteiliche Nachfrage nach Lafontaines linken Thesen schaffen.

Den ersten Test, wie parteitauglich diese Thesen wirklich noch sind, muss Lafontaine bereits am Freitagabend bestehen. Dann spricht er auf dem Neujahrsempfang der Saarbrücker SPD. Als Hauptredner.

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