Politik : Cryotec wehrt sich gegen Vorwürfe

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Bennewitz - Der Geschäftsführer der sächsischen Firma Cryotec, Peter Bienert, hat sich erleichtert über das erste Lebenszeichen seiner beiden im Irak entführten Mitarbeiter geäußert. „Wir haben die Videobotschaft sehr genau betrachtet“, sagte Bienert am Freitag. „Die Kollegen haben den Umständen entsprechend einen guten Eindruck gemacht.“ Es gelte nun mit großer Besonnenheit vorzugehen, um die Arbeit der Ermittler nicht zu behindern. „Diese Besonnenheit erwarte ich auch von Politikern und Medien.“ Vorwürfe seien in der jetzigen Phase kontraproduktiv, sagte Bienert.

Im Vorfeld der Reise habe Cryotec alles getan, um das Risiko zu minimieren, sagte der Geschäftsführer. Die Mitarbeiter seien von einem irakischen Begleiter aus der Türkei abgeholt und nach Bedschi gefahren worden. Es sei sichergestellt gewesen, dass sie ständig von einem Iraker begleitet wurden. Übernachten sollen hätten sie in der hochgesicherten Raffinerie von Bedschi. Auch der Zeitplan sei auf ein Minimum begrenzt gewesen. „Fünf bis sechs Tage waren veranschlagt.“ In dieser Zeit sollten die Mitarbeiter die Aufstellung der Stickstoffanlage begleiten, Transportschäden begutachten und die Anlage anfahren. 2005 seien irakische Spezialisten zur Schulung in Bennewitz und Wurzen gewesen. „Auch das sollte die Aufenthaltszeit unserer Mitarbeiter verkürzen.“

Die deutsche Botschaft im Irak sei nicht über die Reise informiert gewesen, so Bienert. Schon Mitte Dezember seien Bräunlich und Nitzschke im Irak gewesen. Damals mussten sie aber unverrichteter Dinge wieder abziehen, da es beim Transport zu Verzögerungen gekommen sei. dpa

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