CSU : Beckstein übt scharfe Kritik an CDU

Einen Tag nach seiner Wahl zum neuen Regierungschef wettert Bayerns Ministerpräsident Günther Beckstein gegen das Erscheinungsbild der Schwesterpartei CDU. Seine Forderung für das Kinderbetreuungsgeld bekräftigte er - und warnte Familienministerin von der Leyen.

Beckstein
Bayerns Ministerpräsident Günther Beckstein bemängelt die schlechten Wahlergebnisse der CDU. -Foto: ddp

MünchenDer "Bild"-Zeitung sagte Beckstein (CSU): "Die CDU kann mit den letzten Wahlergebnissen nicht zufrieden sein. Wahlziele und auch Ergebnisse von unter 40 Prozent - wie in manchen Bundesländern - sind für eine so große Volkspartei wie der CDU nicht zufriedenstellend." Ziel der Union müsse es sein, "die große Koalition 2009 zu beenden".

Beckstein betonte: "Der Vorrat an Gemeinsamkeiten zwischen Union und SPD geht zu Ende." Er machte zugleich klar, dass er sich aus der Bundespolitik nicht heraushalten wolle. Neben CSU-Chef Erwin Huber gebe auch er den Ton für Bayern an. "Selbstverständlich werde ich in der Bundespolitik mitreden", so Beckstein.

Erstmals äußerte sich der CSU-Politiker zur möglichen Dauer seiner Amtszeit. So gehe er davon aus, mindestens fünf Jahre Ministerpräsident zu bleiben. "Ich hätte es nicht akzeptiert, nur ein Übergangskandidat für zwei Jahre zu sein. Der CSU-Parteitag hat mich zum Spitzenkandidaten auch für die Landtagswahl 2008 nominiert. Insofern ist die Frage zumindest für die dann folgenden fünf Jahre beantwortet."

Beckstein verteidigt Betreuungsgeld

Seine Forderung nach Einführung eines Betreuungsgeldes bekräftigte Beckstein. "Wenn eine Frau ihr Kind zwischen eins und drei selber zu Hause erziehen will und deswegen auf Lebensstandard verzichtet, dann verdient das nicht Kritik, sondern Lob und Anerkennung", sagte Beckstein in der "Münchner Runde" des Bayerischen Fernsehens. "Ich werde deshalb für das Betreuungsgeld eintreten."

Gleichzeitig richtete Beckstein eine Warnung an Familienministerin Ursula von der Leyen (CDU), die das Betreuungsgeld bisher ablehnt: "Das ist in der Koalition vereinbart, und dann kann man auch erwarten, dass die Bundesfamilienministerin sich an so etwas hält. Und wenn das nicht der Fall ist, dann wird der bayerische Löwe seine Zähne und Krallen sehr, sehr deutlich zeigen". (mit ddp/dpa)

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