Politik : CSU-Familienexpertin Maria Eichhorn zu den Vorstellungen der Regierung (Interview)

Der Union geht die Anhebung der Freibeträge n

Maria Eichhorn (51) ist familienpolitische Sprecherin der Unionsfraktion im Bundestag.

Der Union geht die Anhebung der Freibeträge nicht weit genug. Warum nicht?

Diese Anhebung bleibt bei den Ehepaaren und bei den Kindern unter dem steuerfreien Existenzminimum. Die geplanten Einkommensgrenzen von Familien mit einem Kind liegen bei 32 200, der steuerliche Freibetrag bei 35 098 Mark. Bei den allein Erziehenden liegt die Einkommensgrenze des Erziehungsgeldes dagegen über dem Steuerfreibetrag. Mein Vorwurf: Es ist mit dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts nicht vereinbar, dass Verheiratete gegenüber allein Erziehenden benachteiligt werden.

Viele sagen, die Union hatte lange Zeit gehabt, selbst etwas für die Familien zu tun.

Wir haben 1996 den Familienleistungsausgleich neu formuliert, es ist einiges getan worden. In unserer Zeit ist das Erziehungsgeld und der Erziehungsurlaub sowie die Anrechnung der Kindererziehungszeiten auf die Rentenversicherung eingeführt worden.

Sind Sie gegen das Recht auf Teilzeitarbeit?

Ich bin nicht gegen das Recht auf Teilzeitarbeit, es gibt aber in der Wirtschaft Schwierigkeiten. Das haben wir bereits in einer Anhörung festgestellt. Es besteht nämlich die Gefahr, dass die Betriebe dann auf Frauen als Arbeitskräfte verzichten könnten.

Glauben Sie, es werden sich nun mehr Väter an der Erziehung beteiligen?

Ich hoffe das, aber es gibt dafür keinen konkreten Ansatz. Unser Vorschlag ist ein zusätzlicher Bonus, wenn auch der Vater Erziehungsurlaub nimmt. Dann verlängert sich der dreijährige Erziehungsurlaub mindestens ein Vierteljahr. Mit der CSU-Politikerin sprach Armin Lehmann

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