Politik : CSU fordert schärfere Strafen von Seehofer für Gammelfleisch

Berlin - Nach dem neuen bayerischen Gammelfleischskandal wächst auf Bundesagrarminister Horst Seehofer (CSU) aus den eigenen Reihen der Druck, die Gesetze zu verschärfen. Markus Ferber, der Vorsitzende des CSU-Bezirksverbands Schwaben, in dem sich der Skandal ereignete, forderte im „Spiegel“ eine stärkere strafrechtliche Verfolgung solcher Taten. „Wenn die Staatsanwaltschaft ermittelt, bekommt man das Problem eher in den Griff, als wenn solche Skandale nur die Veterinärämter ahnden“, sagte der Europaabgeordnete. Bislang gelte die Verbreitung von Gammelfleisch meist nur als Ordnungswidrigkeit, außerdem drohe Übeltätern kein Berufsverbot, kritisierte Ferber.

Angesichts des jüngsten Ekelfleischskandals forderte Berlins Gesundheitssenatorin Katrin Lompscher (Linke) die Verbraucher zu bewussterem Verhalten auf. „Vorsicht bei Lebensmitteln zu Tiefstpreisen“, sagte Lompscher nach Angaben einer Sprecherin am Samstag. Bislang wurden nach Angaben der Sprecherin nur 15 Lieferungen mit knapp 49 Tonnen bekannt, die von November 2006 bis Juni 2007 an ein Berliner Unternehmen gegangen seien. Neue Erkenntnisse zu den umetikettierten Fleischabfällen gebe es nicht.

Ob es sich dabei um ungenießbares Fleisch der Kategorie 3 handelt, ist noch nicht klar. Bislang könne das nur von den schon bekannten 14 Tonnen sicher gesagt werden. Am Freitag hieß es aus Bayern, bis zu 180 Tonnen umetikettierte K-3-Fleischabfälle seien an verschiedene Berliner Lebensmittelfirmen gegangen. Vermutlich wurden sie als Döner auch gegessen. Die Berliner Gesundheitsverwaltung setze sich dafür ein, dass die Schlachtabfälle der Kategorie 3 künftig speziell eingefärbt werden, um sie so kenntlich zu machen. AFP/dpa

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