Politik : CSU-Generalsekretär Goppel sieht für Union keine Gefahr durch neue SPD

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Thomas Goppel (52) ist seit Januar Generalsekretär der CSU. Goppel ist der Sohn der früheren bayrischen Ministerpräsidenten Alfons Goppel. Mit ihm sprach Armin Lehmann.

Eigentlich können Sie ja zur Zeit zufrieden sein. Stoiber ist beliebter als Schröder, die Union erreicht nach Umfragen 47 Prozent. Können Sie sich also jetzt beruhigt zurücklehnen?

Ein CSU-Generalsekretär lehnt sich nie zurück, aber Tatsache ist, viele Bürger sind mit der Arbeit der Regierung unzufrieden. Die Rentner beispielsweise, die Landwirte, auch diejenigen, die die Gesundheitsreform nicht verstehen. Natürlich auch die jungen Leute. Viele haben bereits verstanden, dass Gerhard Schröder ein Blender ist. Aber leider haben es noch nicht alle bemerkt.

Aber bekommt die Union nicht ein Problem, wenn sich Schröder mit seinem Kurs in der SPD durchsetzt?

Nein. Es gibt keine Politik, es gibt keinen Kurs, sondern nur ein Politik-Sammelsurium. Witzvorschläge, die halten nur solange, bis der Donner kommt. Dahinter steht ein Bild von mangelnder Verantwortung. Schröder wartet nur, er hat keinen Plan. Er hat nur einen Seismographen, der ihm anzeigt, wie heftig das nächste Erdbeben wird, aber kein Gespür für die Menschen und ihre Sorgen.

Zumindest zielt er auf breite Wählerschichten der Union. Die klassischen Gegensätze zwischen Union und SPD werden aufgelöst.

Ich denke, wir zielen da zu kurz, wenn wir als Union nur darauf achten würden, was die anderen Parteien machen. Wir mobilisieren breite Wählerschichten. Und wir merken, die jungen Leute bekommen von Rot-Grün keine Werte, die Rentner sind verunsichert, sie sehen, dass Wahlversprechen gebrochen werden. Die Wähler fallen nicht mehr auf Schröder herein.

Warum sollte das Vorbild Tony Blair nicht auch in Deutschland funktionieren?

Weil Blair erst seine eigenen Leute überzeugt und dann Vorschläge unterbreitet hat. Schröder hat nur von Blair übernommen. Diese Ideen passen aber nicht auf Deutschland und schon gar nicht zu einer größten Teils veralteten SPD.

Die nächsten Bundestagswahlen sind also schon gewonnen für die Union?

Umfragen sind keine Wahlergebnisse, sondern Momentaufnahmen. Wir würden es uns zu leicht machen, würden wir die nächste Bundestagswahl heute schon als gewonnen betrachten. Der Weg ist noch weit, jetzt gilt es für die Union bei den kommenden Landtagswahlen gute Ergebnisse zu erzielen. Gleichwohl muss man sehen, dass Schröder nie seine eigene Position hält. Er gibt eine Erklärung, und am nächsten Tag, kann man wetten, das er eine Gegenerklärung abgibt. Das wird der Wähler nicht honorieren. Helmut Kohl wurde immer vorgeworfen, dass er sich zu lange an einer Position festgehalten hat. Bei Schröder ist es ganz anders, er hat keine Position, an der er sich orieniert.

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