Politik : CSU ist genervt über die Debatte zur K-Frage

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Berlin/München Die CSU ist Forderungen aus der CDU nach einer vorzeitigen Kür von CDU-Chefin Angela Merkel zur Kanzlerkandidatin entschieden entgegengetreten. CSU-Generalsekretär Markus Söder bezeichnete es am Montag als „Unsinn“, die Kanzlerfrage schon jetzt zu stellen. Auch CDU-Generalsekretär Laurenz Meyer bezeichnete die Debatte als „überflüssig“.

In der Auseinandersetzung um die Kanzlerkandidatur hatte am Sonntagabend auch CSU-Chef Edmund Stoiber Festlegungen rundweg abgelehnt. Er war zuvor von drei CDU-Landesvorsitzenden zum Abschied von möglichen Ambitionen aufgefordert worden. „Zur Halbzeit der Legislaturperiode“ sei das eine „überflüssige Personaldiskussion“, sagte Stoiber im ZDF. „Auch der Nationaltrainer stellt ja gegenwärtig noch nicht für 2006 sozusagen die Nationalmannschaft auf.“ Vor Personalfragen seien die Sachfragen zu lösen, da sei er sich mit Merkel „völlig einig“. Erst danach gehe es um die „Formation“ für 2006.

Der Hamburger CDU-Landesvorsitzende Dirk Fischer forderte hingegen eine eindeutige Positionierung in der K-Frage. „Wer es in der CDU nicht so sieht, dass Angela Merkel die unbestrittene Nummer eins und die Kanzlerkandidatin ist, der sollte auf dem Parteitag in Düsseldorf gegen sie antreten“, sagte er dem „Hamburger Abendblatt“. „Wenn das nicht so ist, sind ihr alle zu unbedingter Loyalität verpflichtet.“ Fischer war einer der drei Landesvorsitzenden, die Stoiber zum Verzicht aufgefordert hatten.

Mit Spannung wird in der Union unterdessen auch auf die Wahl der beiden Nachfolger für den zum Jahresende ausscheidenden Fraktionsvize Friedrich Merz am Dienstag in der Unions-Bundestagsfraktion geschaut. Partei- und Fraktionschefin Merkel hat den bisherigen Justiziar Ronald Pofalla und den derzeitigen finanzpolitischen Sprecher Michael Meister vorgeschlagen. Das Ergebnis könnte ein Indikator für die Zustimmung zu Merkels Fraktionsführung sein.dpa

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