CSU-Landrätin : Pauli im Spagat

Die umstrittene CSU-Landrätin Gabriele Pauli gerät in ihrer eigenen Partei ins Abseits. Zuletzt hatte sie überlegt, als Spitzenkandidatin bei den Freien Wählern anzutreten. CSU-Vize Ingo Friedrich forderte Pauli zum Austritt auf.

München - Zur Begründung nannte Friedrich die Überlegungen Paulis, bei der bayerischen Landtagswahl 2008 als Spitzenkandidatin der Freien Wähler anzutreten. "Wenn sie so redet, sollte sie auch konsequent sein und die Zusammenarbeit mit der CSU beenden", sagte Friedrich. Pauli habe keine Chance mehr, eine herausgehobene Funktion bei den Christsozialen zu erlangen. Es wäre daher "das Beste, wenn sie selbst die Konsequenzen ziehen würde".

Bei den Freien Wählern (FW) wäre Pauli willkommen. FW-Chef Hubert Aiwanger betonte, der Ball liege bei der Fürther Landrätin Pauli, die sich entscheiden müsse, wo sie ihre politische Heimat sehe. Der FW-Ehrenvorsitzende Armin Grein sagte, Pauli sei intelligent und verfüge über großes politisches Geschick. Zudem könne ihr großer Bekanntheitsgrad das Manko der Partei beheben, über kein landesweit bekanntes Gesicht zu verfügen.

Pauli selbst wollte sich heute zu einem möglichen Wechsel zu den Freien Wählern nicht äußern. Ihrem Sprecher zufolge weilt sie derzeit im Urlaub und will sich erst nach den Osterfeiertagen wieder mit dem Thema beschäftigen. Pauli, die auch Mitglied im CSU-Landesvorstand ist, hatte sich für die April-Ausgabe des Magazins "Park Avenue" mit glänzenden Latexhandschuhen und schwarzer Augenmaske fotografieren lassen und damit vor allem innerhalb ihrer Partei Kritik auf sich gezogen. Als Reaktion darauf hatte sie indirekt einen Wechsel zu den Freien Wählern nicht ausgeschlossen. (tso/ddp)

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