Politik : CSU-Politiker: Wirtschaft ist nicht alles

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Berlin Auch in der Union wird die Kritik von SPD-Chef Franz Müntefering am Verhalten der Unternehmer nicht allein als Wahlkampftaktik bewertet. Der bayerische Landtagspräsident Alois Glück (CSU) warf ihm zwar „unglaubwürdige Stimmungsmache“ vor. Allerdings sei diese Debatte zugleich „ein Hinweis an die Union, ihre Politik nicht nur aufs Ökonomische zu reduzieren“, sagte Glück dem Tagesspiegel. „Der Versuch Münteferings, einen Lagerwahlkampf aufzuziehen, hat einige in der Union aufgeweckt.“ Der stellvertretende CDU-Vorsitzende Christoph Böhr warf dem SPD-Chef einen „Trick“ vor. Niemand bestreite, dass es in der Wirtschaft „Leute gibt, die jedes Maß verloren haben“, sagte er dem Tagesspiegel. Das sei jedoch ein „tugendethisches Problem“.

Zuvor schon hatte der neue Chef des Bundesverbands der deutschen Industrie, Jürgen Thumann, im Tagesspiegel am Sonntag von einem „Glaubwürdigkeitsproblem“ der Unternehmerschaft gesprochen.

Siemens-Konzernsprecher Eberhard Posner warf Teilen der IG Metall vor, im Fall einer Tochterfirma in Würzburg mit falschen Informationen Ängste geschürt zu haben. „Planungen sind sicherlich nicht immer optimal kommuniziert worden“, sagte er dem Tagesspiegel. Gehe es um die Zukunft von Werken, würden alle Szenarien durchgerechnet – auch die komplette Schließung. Das bedeute aber nicht, dass auch alle Szenarien erwogen würden. „Wir haben immer gesagt, dass Würzburg nachhaltig gesichert werden sollte“, sagte Posner. bib/hop/dpa

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