Politik : CSU-Politiker wollen Stoiber als Präsident

Berlin - CSU-Politiker haben Bayerns scheidenden Ministerpräsidenten Edmund Stoiber (CSU) als möglichen Bundespräsidenten ins Gespräch gebracht. „Für den Fall, dass Horst Köhler für eine zweite Amtszeit nicht mehr zur Verfügung steht, wäre Edmund Stoiber ein hervorragender Nachfolger“, sagte die bayerische Sozialministerin Christa Stewens (CSU) der „Bild“-Zeitung (Samstag).

„Stoiber verfügt über große bundespolitische Erfahrung, er kennt sehr genau die Verhältnisse in den neuen Bundesländern, er hat sozialpolitisches Fingerspitzengefühl. Er wäre vor allem ein Bundespräsident der einfachen Leute“, sagte Stewens. Der CSU-Landtagsabgeordnete Bernd Weiß assistierte: „Er ist ein Mann der Jugend. Kaum ein anderer deutscher Politiker sorgt sich so wie Stoiber um die Zukunft nachfolgender Generationen.“

Der Parteichef selbst sprach am Samstag im Bayerischen Rundfunk von „Unsinn“. „Bundespräsident Köhler leistet hervorragende Arbeit, und wir werden alles tun, dass er wieder gewählt wird“, sagte er am Rande des Gäubodenvolksfest in Straubing. Grüne und Linke äußerten sich in Berlin mit Häme und Spott. Bundestagsvizepräsidentin Petra Pau, die sich selbst als humor-politische Sprecherin der Fraktion Die Linke bezeichnete, sagte dazu am Samstag: „Seine Wahl wäre ein Glücksfall für alle Kabarettisten. Denn kein zweiter Politiker kann nüchtern so viel unverständliches Kauderwelsch reden wie Edmund Stoiber.“ Der Fraktionsgeschäftsführer der Grünen, Volker Beck, fragte: „Wer soll den denn wählen?“ dpa

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