CSU-Querelen : Bayerisches Fernsehen ließ Stoiber zurücktreten

Eine bezeichnende Panne: Der Bayerische Rundfunk hat am Dienstagabend bereits einen Nachruf auf Ministerpräsident Stoiber gesendet.

München - Inmitten der turbulenten Krisensitzungen über die Zukunft Edmund Stoibers ist dem Bayerischen Rundfunk eine peinliche Panne passiert: Versehentlich wurde in der Nacht von Dienstag zu Mittwoch ein politischer Nachruf auf den Ministerpräsidenten gesendet. Der Beitrag ging im Laufe einer Sondersendung zu den Beratungen in Wildbad Kreuth über den Äther - zur Überbrückung der Wartezeit bis zum Auftritt Stoibers. BR-Chefredakteur Sigmund Gottlieb sprach von einer "höchst bedauerlichen Panne, die nicht zu entschuldigen ist." Die CSU reagierte gelassen auf den voreiligen Bericht.

Der BR hatte den sechsminütigen Beitrag - wie in solchen Situationen üblich - für den Fall vorbereitet, dass Stoiber tatsächlich zurücktritt. "In der Hektik der Livesendung" sei dieser dann gesendet worden, erklärte Gottlieb. In dem Porträt hieß es etwa im Zusammenhang mit der Spitzelaffäre um die Fürther Landrätin Gabriele Pauli: "Am Ende stolperte Stoiber über einen seiner Mitarbeiter." Gegen Ende des Beitrags, der Stoibers Aufstieg und Fall dokumentierte, hieß es dann, Stoiber sei von seinem Amt zurückgetreten.

Noch in der Nacht gingen nach Angaben einer BR-Sprecherin Anrufe von Zuschauern ein, die den Bericht gesehen hatten. Die CSU reagierte gelassen auf die Panne. "Fehler passieren", sagte ein Parteisprecher. Stoiber hatte sich bei den Krisengesprächen mit seinem Vorschlag durchgesetzt, die Spitzenkandidatur für die Landtagswahl 2008 durch den Parteitag der CSU klären zu lassen. Zuvor war über einen Rücktritt des Regierungschefs spekuliert worden. (tso/ddp)

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