Politik : CSU-Spitze schart sich um Stoiber

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Wildbad Kreuth/Cadolzburg - Die CSU-Führung hat sich demonstrativ hinter Parteichef Edmund Stoiber gestellt. In einer Präsidiumssitzung stimmten am Montag alle Mitglieder dafür, mit Stoiber über das Jahr 2008 hinaus als Ministerpräsident und Parteichef weitermachen zu wollen. Außerdem lehnte das Gremium die von der Fürther Landrätin Gabriele Pauli geforderte Mitgliederbefragung über den Spitzenkandidaten für die Landtagswahl 2008 ab. „Das oberste Führungsgremium hat heute eine klare Antwort gegeben. Ich bin bereit, diesem einstimmigen Votum des CSU-Präsidiums gerecht zu werden und meine Führungsaufgabe weiter wahrzunehmen“, sagte Stoiber.

Die Stoiber-Kritikerin Pauli griff den CSU-Chef unterdessen erneut massiv an. Sie habe das Gefühl, dass Stoiber nicht so richtig verstehe, warum der Vertrauensverlust in seine Person eingetreten sei, sagte sie am Montag im fränkischen Cadolzburg. „Es tut weh zu sehen, wie so ein Mann sich selbst demontiert“, fügte sie hinzu. Trotz der Ablehnung durch das CSU-Präsidium hält Pauli an ihrer Forderung nach einer Mitgliederbefragung über den CSU-Spitzenkandidaten für die Landtagswahl 2008 fest. Diese solle ihrer Meinung nach im Vorfeld des im November geplanten Parteitags stattfinden. Auf diesem könne dann der Spitzenkandidat offiziell gekürt werden.

Zum Auftakt der Klausurtagung der CSU-Landesgruppe in Wildbad Kreuth hatte Landesgruppenchef Peter Ramsauer Stoiber auch die breite Unterstützung der Bundestagsabgeordneten zugesichert. Gleichzeitig forderte er ein Ende der Debatte. Ramsauer und Stoiber versprachen der CDU, dass die CSU konstruktiv und zuverlässig in der großen Koalition mitarbeiten werde. AFP

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