Politik : D wie Decision

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DER NAME

Historiker und Sprachwissenschaftler sind sich nicht einig, woher die Bezeichnung DDay stammt. Laut US-Army ist der Begriff erstmals in Feldnachrichten des Ersten Weltkriegs verwendet worden und kam seitdem oft bei wichtigen Operationen zum Einsatz. D stand lediglich für Day, also kurz für den „Day-Day“, den Start der Aktion. D-4 bedeutete dann zum Beispiel vier Tage vor der Operation, D+7 sieben Tage danach. Die Franzosen behaupten hingegen bis heute, dass das D für „débarquement“ (Landung) stünde. Wieder andere sind sich sicher, dass der Begriff zwar aus dem Militärjargon stammt, im Sprachgebrauch aber bald zum Decision Day, dem Tag der Entscheidung, wurde. General Eisenhower, Oberbefehlshaber der Operation, sorgte 1964 für zusätzliche Verwirrung, als er behauptete, D-Day sei ein Kürzel für Departed Date (etwa: Abfahrtstag).

DIE ERINNERUNG

Die Normandie und die Region Calvados sind heute zu einer regelrechten Erinnerungslandschaft geworden. Von Caen bis Cherbourg gibt es etliche Museen, die einzelnen Truppenteilen gewidmet sind: den US-Rangers, den Lastenseglern oder dem künstlichen Hafen, den die Alliierten vor Arromanches anlegten. Viele Ausstellungen präsentieren eine Fülle von Objekten. Oftmals steht dabei die Vollständigkeit der Sammlung im Zentrum – alle Abzeichen der an den Kämpfen beteiligten Verbände etwa. In dem 1990 eröffneten Ranger-Museum in Grandcamp wird – in Ermangelung von authentischem Filmmaterial – die Eroberung der Elite-Einheit mittels der Filmsequenz aus „Der längste Tag“ gezeigt. Die Fiktion übernimmt die Aufgabe der Dokumentation. Beeindruckend sind in der Normandie nicht nur die zahlreichen erhaltenen Bunker oder die tiefen Granattrichter am Pointe du Hoc. Auch die Denkmäler und die Friedhöfe sind Zeugnisse von 60 Jahren Erinnerungskultur. jas/Tsp

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