Politik : Dämpfer für Hamburgs CDU-Chef

Hamburg - Knapp zwei Monate nach Abschluss des schwarz-grünen Koalitionsvertrags in Hamburg hat die CDU ihrem Landeschef Michael Freytag bei seiner Wiederwahl einen Dämpfer verpasst. Bei einem Landesparteitag wurde er am Samstag mit knapp 73 Prozent im Amt bestätigt – nach 93,2 Prozent bei seiner ersten Wahl im vergangenen Jahr. Diesmal stimmten nur 151 von 213 Delegierten für Freytag, 56 votierten gegen ihn, sechs enthielten sich.

Freytag gilt zusammen mit Bürgermeister Ole von Beust (CDU) als Architekt des ersten schwarz-grünen Regierungsbündnisses auf Landesebene. Er sagte nach der Wahl, die Abstimmung sei ein Ventil gewesen für jene, die zwar Schwarz-Grün gut fänden, aber nicht mit allem einverstanden seien. „Da haben jetzt einige – das finde ich menschlich – gesagt, o.k., wir müssen das jetzt mal zum Ausdruck bringen.“ Er verstehe das Ergebnis als Ansporn, „dass wir weiter kommunizieren müssen, dass wir unsere Parteifreunde überzeugen müssen“.

Als Freytags Stellvertreter bestätigten die Delegierten die frühere Sozialsenatorin Birgit Schnieber-Jastram und den Bundestagsabgeordneten Marcus Weinberg. Neu in die Parteispitze gewählt wurden der CDU-Fraktionsvorsitzende Frank Schira und die Bürgerschaftsabgeordnete Aygül Özkan. In seiner Bewerbungsrede vor der Wahl hatte Freytag die CDU gewarnt: „Eines dürfen wir auf keinen Fall tun, uns auf unseren Lorbeeren ausruhen, denn Wahlsiege und Senate stehen nicht unter Naturschutz.“ dpa

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