Dänemark : Rechtsextreme machen Mohammed lächerlich

Junge Mitglieder der rechtsextremen Dänischen Volkspartei haben Medienberichten zufolge in einem "Wettbewerb" Mohammed herabgewürdigt. Die Teilnehmer des Wettbewerbs konkurrierten um die demütigendste und lächerlichste Darstellung des Propheten.

Kopenhagen - Wie die Gratiszeitung "Nyhedsavisen" berichtete, wurde bei der Veranstaltung Anfang August Mohammed unter anderem als Bier trinkendes Kamel und als betrunkener Terrorist dargestellt. Die Zeitung verfügt nach eigenen Angaben über eine Videoaufzeichnung von dem Abend, von dem auch der öffentlich-rechtliche Fernsehsender TV2 Auszüge zeigte. Auf den verschwommenen Bildern ist ein als Mohammed verkleidetes Parteimitglied der Dänischen Volkspartei (PPD) mit Turban und Sprengstoffgürtel zu sehen.

Das Video war von einem Mitglied der PPD-Jugend aufgenommen worden. Der Vorsitzender der PPD-Jugend, Kenneth Kristensen, der nicht an der Veranstaltung teilgenommen hatte, kritisierte das Verhalten seiner Parteifreunde als "unanständig". "Das ist nicht meine Art von Humor, und wenn ich dabei gewesen wäre, wäre das anders gelaufen", sagte Kristensen "Nyhedsavisen".

Chefredakteur spricht von "dummen Späßen"

TV2-Chefredakteur Lars Bennike sagte, Ziel der Ausstrahlung der "kurzen Videosequenz" sei "keinesfalls" gewesen, "die Bilder oder die dummen Späße" der PPD-Jugend zu zeigen. Die Auszüge seien veröffentlicht worden, nachdem der Vorsitzende der Jugendorganisation sich von der Veranstaltung distanziert habe. "Das fanden wir politisch interessant", sagte Bennike, der darauf verwies, dass die Aufnahmen undeutlich und die Gesichter der Teilnehmer unkenntlich seien.

Die Dänische Volkspartei toleriert die Minderheitsregierung von Ministerpräsident Anders Fogh Rasmussen. Vergangenes Jahr hatte die dänische Zeitung "Jyllands-Posten" einen allgemeinen Karikaturen-Wettbewerb zum Propheten Mohammed veranstaltet. In Folge der Veröffentlich von zwölf Karikaturen war es weltweit zu Protesten und teils schweren Ausschreitungen gekommen. Die umstrittenste Zeichnung hatte Mohammed mit einer Bombe in seinem Turban dargestellt. Der Chefredakteur der Zeitung und zwölf Zeichner leben bis heute unter Polizeischutz. (tso/AFP)

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