Dänen sagen ab : Steinkohlekraftwerk in Lubmin wird nicht gebaut

Passend zum Klimagipfel in Kopenhagen hat der dänische Dong- Energy-Konzern den Bau eines Steinkohlekraftwerks im vorpommerschen Lubmin abgesagt.

Andreas Frost

Während Umweltschützer darüber jubeln, bahnt sich in der großen Koalition in Schwerin ein heftiger Krach an. Die CDU wirft der SPD vor, das Zwei-Milliarden-Projekt politisch nicht genug unterstützt zu haben.

Direkt am Greifswalder Bodden sollte eines der größten Steinkohlekraftwerke Deutschlands entstehen. Zwei Blöcke sollten 1600 Megawatt produzieren. Umweltschützer kritisierten, die Luft würde verpestet, das Boddenwasser erwärmt und Touristen vergrault. Drei Jahre nach offiziellem Planungsbeginn verabschiedet sich Dong nun von seinen Plänen. Das Projekt finde offenbar nicht die nötige politische Unterstützung in Mecklenburg-Vorpommern, teilte das Unternehmen mit.

CDU-Landeschef Lorenz Caffier bedauerte, dass die SPD die Ansiedlung von Dong „nicht mit voller Konsequenz mitgetragen“ habe. Er fürchte, Mecklenburg- Vorpommern bekomme den Ruf, wirtschaftsfeindlich zu sein. Von der oppositionellen FDP musste sich Regierungschef Erwin Sellering (SPD) anhören, er treibe Milliardeninvestitionen aus dem Land. Umweltminister Till Backhaus (SPD) nahm ihn in Schutz. Er vermute, Dongs Rückzug habe unternehmerische Gründe und sei „weniger eine Reaktion auf die politische Diskussion“ im Land.

Der koalitionsinterne Streit bahnte sich seit langem an. Während Ex-Regierungschef Harald Ringstorff (SPD) wie die CDU durch das Dong-Kraftwerk einen „Urknall“ für Vorpommern erhoffte, stand sein Nachfolger Sellering dem Projekt ablehnend gegenüber – auch wenn er stets das angeblich unpolitische „rechtsstaatliche Genehmigungsverfahren“ beschwor. Auch nach der Absage Dongs beteuerte er, das Verfahren sei noch nicht abgeschlossen.

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