Dalai Lama in Deutschland : Tibet braucht mehr Autonomie

Frankfurt/MainZum Auftakt seines zweiten Deutschland- Besuchs innerhalb weniger Monate hat der Dalai Lama «echte Autonomie» für Tibet gefordert. Das religiöse Oberhaupt der Tibeter betonte am Donnerstagmorgen in Frankfurt zugleich, dass Tibet nicht unabhängig von China werden solle. Bei den Gesprächen mit der chinesischen Führung müsse es «Vertrauen» geben, um zu einer Lösung zu kommen. «Das fehlt», sagte der 72-jährige Friedensnobelpreisträger. Er äußerte sich sehr betroffen über das verheerende Erdbeben in China. Man werde für die Opfer beten, sagte er. Der Dalai Lama war nach seiner Ankunft in Frankfurt mit dem hessischen Regierungschef Roland Koch (CDU) zu einem Frühstück zusammengekommen. Beide sind sich persönlich seit langem verbunden. Koch sagte, die Situation für Tibet und den Dalai Lama sei derzeit «sehr schwierig». Dies gelte aber auch für die Chinesen nach dem verheerenden Erdbeben. Die Olympischen Spiele in Peking seien eine Chance für China, sich zu öffnen. Die religiösen und kulturellen Rechte der Tibeter müssten geachtet werden, forderte Koch. Der Dalai Lama war von der «Tibet Initiative Deutschland» eingeladen worden. Deren Vorsitzender Wolfgang Grader forderte die Bundesregierung in einem RBB-Interview auf, bei der chinesischen Führung stärker auf eine friedliche Lösung der Tibet-Frage zu dringen. Im Laufe des Tages kommt der Religionsführer in Bochum mit NRW-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) zusammen. (kj/dpa)

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