Damaskus : Vier Tote bei Angriff auf US-Botschaft

Bei einem gezielten Angriff auf die US-Vertretung in Damaskus sind vier Menschen ums Leben gekommen. 14 weitere Personen wurden verletzt, darunter auch ein chinesischer Diplomat.

Damaskus/Washington - Einen Tag nach dem fünften Jahrestag der Terroranschläge vom 11. September ist die US-Botschaft in Damaskus gezielt angegriffen worden. Unbekannte attackierten am Dienstagmorgen das Gebäude im Zentrum der syrischen Hauptstadt, wie syrische und US-Behörden mitteilten. Nach offiziellen Angaben wurden drei Angreifer und ein Mitglied einer syrischen Anti-Terror-Einheit getötet. 14 Menschen wurden verletzt, darunter ein chinesischer Diplomat. Dennoch konnte offenbar Schlimmeres verhindert werden: Der Nachrichtenagentur Sana zufolge entschärften die Sicherheitskräfte eine vor der Botschaft platzierte Autobombe.

Nach Angaben von Sana feuerten die Angreifer mit "selbstgebauten Bomben und automatischen Waffen" auf das Botschaftsgebäude. Die Anti-Terror-Polizisten hätten eine Autobombe entschärft, die in einem von den Angreifern vor dem Gebäude abgestellten Fahrzeug platziert gewesen sei. Die Angreifer hätten in einem anderen Auto gesessen. Die für den Schutz der Botschaft zuständigen Anti-Terror-Einheiten hätten bei einem Schusswechsel drei der Angreifer getötet und den vierten verletzt. Eine Untersuchung sei eingeleitet worden.

Innenminister: "Terroristischer Angriff"

Syriens Innenminister Bassam Abdel Madschid sprach im Fernsehen von einem "terroristischen Angriff", der auf die US-Botschaft gezielt habe. Die Sicherheitskräfte hätten die Lage in den Griff bekommen.

Das US-Außenministerium bestätigte den Angriff. "Er scheint beendet zu sein", sagte ein Sprecher in Washington. Die syrischen Behörden hätten reagiert und seien vor Ort. Nach Angaben eines Botschaftssprechers blieben alle Diplomaten und Angestellten der US-Vertretung unverletzt.

Chinesischer Diplomat verletzt

Die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua meldete, ein chinesischer Diplomat sei durch eine fehlgeleitete Kugel verletzt und ins Krankenhaus eingeliefert worden. Er habe sich zum Zeitpunkt des Vorfalls auf dem Dach der nahe gelegenen chinesischen Botschaft aufgehalten. Die US-Botschaft liegt in dem Viertel Abu Remmeneh im Zentrum von Damaskus, wo mehrere diplomatische Vertretungen ihren Sitz haben. Ein Sprecher des Auswärtigen Amtes in Berlin sagte, die deutsche Botschaft sei nicht betroffen. Das Botschaftsgebäude befindet sich nicht in unmittelbarer Nähe der US-Vertretung.

Zuvor hatten Augenzeugen von mehreren Explosionen und heftigen Schüssen berichtet. Der Hausmeister eines nahe der Botschaft gelegenen Geschäfts sagte, die Sicherheitskräfte hätten auf ein Auto geschossen, das auf die Botschaft zugesteuert sei. Daraufhin hätten die Insassen des Wagens Granaten in Richtung des Gebäudes geworfen.

Botschaft zuletzt 1998 attackiert

Erste Fernsehbilder der BBC zeigten ein ausgebranntes Auto und große Blutlachen auf dem Bürgersteig. Außerdem war ein mit Gasflaschen beladener Kleinlaster zu sehen. Wie eine Journalistin der Nachrichtenagentur AFP berichtete, riegelten Sicherheitskräfte alle Straßen in dem Gebiet um die Botschaft ab. Zuletzt war die US-Botschaft in Damaskus 1998 angegriffen worden. Demonstranten hatten Scheiben eingeschlagen und die US-Flagge verbrannt. (tso/AFP/ddp)

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